Wehret den Anfängen

Die wachsende Bedeutung des Handelskanals Fachmarkt, der neben anderen, insbesondere von den Saturns und MediaMärkten dieser Welt bevölkert wird, ist nicht mehr von der Hand zu weisen. Nicht nur, aber auch im Bereich Unterhaltungssoftware verzeichnete diese Schiene, ganz gleich welche GfK-Währung - Stück oder Preis - man zugrunde legt, im letzten Jahr einen sprunghaften Anstieg.

In der Spitze lag ihr Anteil in bestimmten Teilmärkten sogar bei über 50 Prozent. Tendenz steigend. Andere Vertriebslinien verlieren dagegen oder halten ihr mühsam verteidigtes Terrain so gerade noch. Geht das so weiter, drängt sich die Frage nach den Handelsstrukturen 2013 auf: Droht - worst case - eine Monokultur mit all ihren negativen Implikationen? Dann könnte künftig jedem Release oder Hardwarelaunch blühen, was mit dem 14. März 2002 als Xbox-Day in die Geschichte der Spielebranche eingegangen ist: Der gandenlose Verhau, der selbst einen Riesen wie Microsoft preislich in die Knie zwang.

Ganz zu schweigen von der Produktvielfalt, die darunter zu leiden hätte. Sicher, um manche Titel wäre es nicht schade, doch spätestens, wenn alle Games ein vergleichbares Qualitätslevel hätten, würde es irgendwann einmal jeden treffen - je nach Stimmung und Laune, besser: Konditionen. Wehret den Anfängen!, kann man da nur sagen und denkt ans Balancing. In der Hoffnung, dass es auch in Zukunft noch ein breites Netz mit stationären Gameshändlern aller Couleur gibt.

Harald Hesse chefredakteur [mailto:h.hesse@e-media.de@@@h.hesse@e-media.de]

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