Editorial
Chancen trotz Krise
Eigentlich sollte sich die Gamesbranche auf 2003 freuen können. Der Generationswechsel bei den Konsolen ist vollzogen, die erreichte Haushaltspenetration verspricht gute Umsätze und Erträge mit Software. Wäre da nur nicht die gesamtwirtschaftliche Lage. 2002 hat diese ihren Teil dazu beigetragen, aus so mancher Absatzprognose frommes Wunschdenken zu machen.
Im noch jungen 2003 hofft die Wirtschaft nun auf Besserung. Doch vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, kurz DIW, folgte sogleich der Dämpfer: Mit einem Anstieg des privaten Verbrauchs sei nicht zu rechnen. Schuld seien unter anderem die Erhöhung der Abgabenlast durch gestiegene Steuern und Beitragssätze für die Sozialversicherung zu Jahresbeginn. Man halte eine Deflation für möglich.
Gegenüber einer Tageszeitung zog ein Experte des Instituts sogar Parallelen zu Japan. Die dortige Wirtschaft lahme seit Mitte der 90er Jahre wegen der so genannten Deflationsspirale. Fallende Preise ließen Verbraucher zögern, ihr Geld auszugeben, die geringe Nachfrage führe wiederum zu Preissenkungen. Doch genug der Schwarzmalerei. Potenzial ist im Spielemarkt ausreichend vorhanden.
Sei es durch Innovationen wie Onlinegaming mit Konsolen oder auch die Entwicklung der Zielgruppe zum Massenmarktpublikum - für die Geschäftsführer deutscher Publisher zwei Schlüsselthemen des Jahres. Die Chance auch zu deutlichem Wachstum ist da, selbst wenn dies auf Kosten anderer Produktgruppen gehen sollte. Denn alles, was das Volk zum Leben wirklich braucht, dass wussten schon die alten Römer, sind Brot und Spiele...
Stephan Steininger Redakteur GamesMarkt.de [mailto:[email protected]@@@[email protected]]