Kunst ist, wenn man trotzdem lacht

Auf dem Weg zum Massenmarkt will die Gamesbranche ihre Produkte neuerdings als Kunstform etablieren, gilt es doch, Spiele salonfähig zu machen und neue Zielgruppen zu erschließen. Kein leichtes Unterfangen, doch Kunst und Videospiel passen vortrefflich zusammen. Denn der überwiegende Teil der Spielereleases ist zwar nicht minder unterhaltsam als der Besuch einer Galerie, Vernissage oder Dichterlesung, aber eben auch genauso wenig spaßig. Frei nach dem Motto "Es kann nicht Spaß machen, was lustig ist" erscheinen Woche für Woche Titel, die mehr für grafischen Overkill und rekordverdächtige Features Punkte sammeln als für ein spritziges Gameplay.

Wohl auch deshalb finden sich auf den Releaselisten der Publisher viel zu selten witzige und/oder selbstironische Games wie "Vib Ribbon", "Samba De Amigo", "ToeJam & Earl 3", "Kung Fu Chaos" und zuletzt "Wario Ware", die dem Spieler ein Lächeln ins Gesicht zaubern oder gar herzhafte Lacher abfordern. Genau dies ist eine der Stärken von "EyeToy: Play", mit dem sich Sony Computer Entertainment das ehrgeizige Ziele gesetzt hat, die PS2 an Leute zu verkaufen, die bisher keine PS2 gekauft haben. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Fest steht jedenfalls schon jetzt, dass die EyeToy-Technologie beziehungsweise deren originelle Umsetzung bestens geeignet ist, auch bisherige Nichtgamer für die (neue) Kunstform Videospiel zu begeistern.

Michael Schmitz Ressortleiter Games [mailto:m.schmitz@e-media.de@@@m.schmitz@e-media.de]

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