Electronic Arts: Profitabel aber mit Problemen im Mobile-Markt
Der US-Major Electronic Arts zieht bei den Games "Apax Legends Mobile" und "Battlefield Mobile" den Stecker. Zugleich legt EA eine Quartalsbilanz vor, die zwar nicht Anlass zu Sorgen gibt, das Management aber dennoch dazu bringt, Maßnahmen zur Bewahrung der Profitabilität zu ergreifen.
Übertriebene Vorsicht oder notwendige Maßnahmen? Es ist wohl Interpretationssache, wie man die Aussagen von Chris Suh, Finanzchef (CFO) von Electronic Arts, deuten will, die er bei Vorlage der Quartalsbilanz traf. Denn parallel dazu wurde bekannt, dass der US-Major die beiden Mobile-Spiele "Apax Legends Mobile" und "Battlefield Mobile" einstellt. Auch eine mehrwöchige Verschiebung von "Star Wars Jedi Survior" fällt zeitlich mit Veröffentlichung der Quartalsbilanz zusammen, bei der Suh sagte, dass man aufgrund von Marktunsicherheiten Maßnahmen zur Wahrung der Profitabilität ergriffen habe.
Firmenchef Andrew Wilson sieht EA zwar nach wie vor von einer Position der Stärke aus agieren, aber wenn er davon spricht, dass man "zuversichtlich hinsichtlich unserer Zukunft" sei, schwingt dann doch ein wenig Sorge mit.
Dabei sind die Zahlen, die EA für das abgelaufene Quartal präsentierte, keineswegs schlecht. Der Quartalsumsatz stieg von 1,79 Mrd. Dollar im Vorjahr auf 1,88 Mrd. Dollar, das Vorsteuerergebnis von 91 Millionen Dollar auf 282 Millionen Dollar. Es lag damit auch um 63 Millionen Dollar über der eigenen Prognose. Weniger erfreulich war jedoch die Entwicklung bei den Net-Bookings. Die sanken von 2,58 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal auf 2,34 Mrd. Dollar. Da bahnt sich also eine Delle im wichtigen Live-Service-Geschäft an, auch wenn das Gesamtniveau, auf dem sich EA bewegt, nach wie vor wenig Anlass zur Sorge gibt.
Ist das Aus der Mobile Games also eine der Maßnahmen, die die Profitabilität sichern sollen? Vermutlich ja, auch wenn die Titel selbst kein Geld verbrannte. Vielmehr geht es wohl darum, die beiden Top-Marken im Mobile-Sektor zum Erfolg zu führen. Denn ausgerechnet in diesem wichtigen Segment ist der einstige Branchenprimus vergleichsweise schwach positioniert.
"Apax Legends Mobile" schaffte es nicht, die notwendige Zahl an Spieler:innen zu erreichen und zu halten, wie Wilson laut US-Medien Investoren zum Aus der Titel erklärte. Da man bei EA die Befürchtung hatte, dass "Battlefield Mobile" ähnliche Probleme bekommen könnte, trat man lieber gleich auf die Bremse, denn eigentlich war "Battlefield Mobile" noch immer im Status des Softlaunches. In beiden Fällen hat Wilson den Investoren jedoch einen Neustart in Aussicht gestellt. Zuvor wolle man den Franchise-Ansatz jedoch überdenken.