EP: rüstet sich für E-Commerce-Ära
Die Fachhandelskooperation EP:Electronic Partner will ihre rund 3000 Mitglieder bis Oktober dieses Jahres für das E-Commerce-Zeitalter fit machen. Rund 20 Mio. Mark investiert die Verbundgruppe, die 1999 entgegen dem Branchentrend mit Umsatzzuwächsen abschließen konnte, allein in die technische Aufrüstung für das Internetzeitalter.
Unter dem Motto "Willkommen im Informationszeitalter" läutete die Fachhandelskooperation EP: ElectronicPartner auf der Jahresveranstaltung vom 18. bis 20. Februar in Düsseldorf die Teilnahme an der technischen Revolution des Internets ein. Der Sprecher der EP:-Geschäftsführung, Hartmut Haubrich, forderte die Mitglieder in der Düsseldorfer Stadthalle auf, sich umgehend am Online-Business zu beteiligen: "Das Internet reißt geografische Grenzen ein. Wer weiter kleinkariertes Schrebergartendenken praktiziert, hat im Kampf gegen die Metros und Wal-Marts dieser Welt keine Chance." E-Commerce und stationärer Handel seien dabei zu verschmelzen, so Haubrich. Für 12,50 Mark monatlich bekommen die Mitglieder deshalb in Kürze ihren eigenen Internetauftritt im EP:-Design. Ab Oktober 2000 soll eine zentrale E-Commerce-Plattform den Einzelhändlern den Einstieg erleichtern und einen Shop mit dem Service eines Fachhändlers bieten. 20 Mio. Mark investiert die EP:-Zentrale allein in die technischen Voraussetzungen und einen weiteren erklecklichen Betrag in die Vermarktung. Haub-rich geht davon aus, dass 2004 rund zehn Prozent des Consumer-Electronics-Geschäfts über das Internet abgewickelt werden. 1999 waren es noch 0,7 Prozent; die Unterhaltungselektronik hatte online ein Marktvolumen von 16 Mio. Mark.
Auf Wachstum setzt auch die EP:-Gruppe mit ihren rund 3000 Mitgliedern. So stieg der Umsatz in Deutschland gegen den Branchentrend um 4,7 Prozent von 3,475 Mrd. Mark in 1998 auf 3,64 Mrd. Mark in 1999. Wachstumsschwerpunkte: die Warengruppen Telekom und PC/Multimedia. Auch der Bereich Bild-, Tonträger und Games entwickle sich positiv, berichtete Haubrich gegenüber Entertainment Markt: "Wir sind derzeit nur etwas unsicher, wie sich das Segment weiter- entwickeln wird." Federführend sei in diesem Segment unter anderem die Franchise-Kette MediMax tätig, die mit ihren jetzt 28 Standorten rund drei Prozent an der EP:-Gruppe ausmacht. 2000 sei mit MediMax eine massive, flächendeckende Expansion geplant, u. a. in Bundesländern wie Thüringen und Sachsen-Anhalt.
Hartmut Haubrich ist trotz geringer Zuwachschancen für den Einzelhandel im laufenden Jahr für die gesamte EP:-Gruppe zuversichtlich: "Die Branche wird es 2000 trotz Fußballeuropameisterschaft und Olympischer Spiele nicht leicht haben. Dennoch rechnen wir für EP: in Deutschland bei etwa gleich bleibender Mitgliederzahl mit circa 4,5 Prozent Umsatzzuwachs. Europaweit wird die Gruppe zweistellig wachsen." Zu möglichen Übernahmen anderer Verbundgruppen durch EP: wollte sich der Geschäftsführer nicht äußern.