Erste Reaktionen auf Microsoft-Urteil
Nach der Urteilsverkündung im Kartellrechtsprozess gegen Microsoft zeigte sich Bill Gates nicht überrascht vom Ausgang der Verhandlung. Scott McNealy, CEO von Sun Microsystems, sieht in dem Urteil die Bestätigung dafür,"was fast jeder in der Welt weiß".
"Die Entscheidung traf uns nicht unerwartet, betrachtet man frühere Entscheidungen der Gerichte", so Bill Gates in einer ersten Stellungnahme. "Wir haben alles versucht, um eine gütliche Vereinbarung in dieser Angelegenheit zu erreichen, und werden auch jetzt damit fortfahren, weitere Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Entscheidung stellt die Realität doch auf den Kopf. Unsere Software hat den PC für Millionen Menschen zugänglich und bequemer gemacht", so der ehemalige Microsoft-Chef. Der Geschäftsführer der deutschen Microsoft-Niederlassung, Richard Roy, äußerte gegenüber dem ZDF die Hoffnung, dass das Unternehmen in der zweiten Instanz Recht bekommt. Über Sanktionen, die nach dem ersten Gerichtsurteil verhängt werden könnten, wollte Roy nicht spekulieren. Scott McNealy, CEO von Sun Microsystems, sieht in dem Urteil die Bestätigung dafür, "was fast jeder in der Welt weiß: Microsoft ist ein Monopolist, der vor illegalen Aktionen nicht zurückscheut". James Barksdale, Mitbegründer von Netscape Communications, sprach von einem Erfolg für die Verbraucher und kleineren Technologieunternehmen. Verloren hat Microsoft auch bei den Aktienwerten. Der am Nasdaq registrierte Aktienwert fiel um mehr als 14 Prozent; das entspricht einem Minus in der Unternehmenskapitalisierung von mehr als 80 Mrd. Dollar.