Erste Resultate aus Kanzlerrunde
Am 16. Juni hat der von Bundeskanzler Gerhard Schröder ins Leben gerufene Runde Tisch "Medien gegen Gewalt" insgesamt zehn Leitlinien verabschiedet. Auch die Spielebranche hat sich zu einer Reihe von Maßnahmen verpflichtet.
Die nach den schrecklichen Ereignissen von Erfurt ins Leben gerufene Kanzlerrunde "Medien gegen Gewalt" hat erste Ergebnisse auf den Tisch gelegt. Film- Fernseh-, Video-, Internet-und Spieleanbieter haben gemeinsam mit der Politik insgesamt zehn Leitlinien gegen Gewaltdarstellung in Medien und für mehr Toleranz verabschiedet. Darin setzen sich die Teilnehmer des Runden Tischs unter anderem für eine effektive Selbstkontrolle, eine Stärkung der Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, eine Verbesserung der Aufklärungsarbeit sowie eine Internationalisierung der deutschen Bemühungen gegen Gewalt in Medien ein.
Zehn Leitlinien gegen Gewalt
"Das, was wir heute besprochen haben, hat Bedeutung über den Tag hinaus", sagte Gerhard Schröder nach dem Treffen. Die Spielebranche, unter anderem vertreten durch Hermann Achilles vom VUD und Axel Herr von Nintendo, erklärte am Runden Tisch, man werde das Internetangebot "Zavatar" zu einer umfassenden Informationsplattform für Jugendliche und Eltern ausbauen. Auch wollen die VUD-Mitglieder zusammen mit dem Einzelhandel Konzepte für eine Warenpräsentation entwickeln, die eine deutliche Trennung der Produkte nach verschiedenen Altersklassen ermöglichen.
Nintendo und Electronic Arts wollen eine gemeinsame Informationsbroschüre in über 4500 Verkaufsstellen auslegen lassen, die umfassend über das neue Jugendschutzgesetz sowie die nunmehr gesetzlich verbindlichen Alterskennzeichen der USK aufklärt. Bundeskanzler Schröder machte deutlich, dass die von ihm ins Leben gerufene Expertenrunde auch künftig tagen werde; das nächste Mal gegen Ende des Jahres, um über die Umsetzung der geplanten Projekte zu diskutieren. Gleichzeitig dankte er allen Beteiligten für die kontinuierliche Arbeit an dem Thema.