Für eine Bescherung der besonderen Art sorgte kurz vor Weihnachten Richter Ronald Whyte vom District Court of Northern California. Die Verkaufsbeschränkungen für Spiele mit gewalttätigen oder sexuellen Inhalten sind in Kalifornien vorerst vom Tisch.

Am ersten Verfassungszusatz kommt auch die kalifornische Landesregierung nicht vorbei. Unter Berufung auf die Redefreiheit stoppte Richter Ronald Whyte vom District Court of Northern California das Landesgesetz AB 1179. Das Gericht sprach Computer- und Videospielen einen schützenswerten Status vergleichbar mit Büchern und Filmen zu. Die Verkaufsbeschränkungen für Spiele mit gewalttätigen oder sexuellen Inhalten werden somit nicht wie vorgesehen am 1. Januar 2006 in Kraft treten.

Die US-Branchenverbände reagierten mit Genugtuung auf das Urteil. Zum mittlerweile sechsten Mal in fünf Jahren stoppte ein Gericht ein Gesetz, das den Zugang Minderjähriger zu solchen Spielen unterbinden sollte. Die Video Software Dealers Association (VSDA) warf Gouverneur Schwarzenegger die Verschwendung von Steuergeldern vor. Das Urteil sei vorhersehbar gewesen. Die Interactive Entertainment Merchants Association (IEMA) stieß ins gleiche Horn. Das solche Gesetze verfassungswidrig und unnötig seinen, wurde durch die Entscheidung erneut bestätigt. Der Industrieverband Entertainment Software Association (ESA) zeigte sich äußerst zufrieden mit dem Richterspruch. ESA-President Doug Lowenstein unterstrich erneut die Wirksamkeit der ESRB-Ratings. Gemeinsam mit aufgeklärten Eltern könnten die Altersfreigaben gewährleisten, dass Kinder nicht an Spiele gelangen, die für sie nicht geeignet sind.

Die Politik hielt sich nach dem Urteil bedeckt. Von Gouverneur Schwarzenegger oder Initiator Leland Yee gab es bislang keine Stellungnahme.

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