European Games Developer Federation fordert mehr Unterstützung für die Ukraine
Mehr Investition in ukrainische Infrastruktur, mehr Hilfe für zivilgesellschaftliche Projekte und Kunst in EU-Nachbarstaaten und eine bessere Vorbereitung auf einen zweiten Kalten Krieg mit dem russischen Regime fordert die EGDF. Die Föderation will mit Games und anderen Medienprodukten russische Bürger erreichen.
Die European Games Developer Federation (EGDF) fordert die Europäische Union (EU) und ihre Mitgliedsstaaten in einer Pressemeldung auf, ihre Unterstützung für die Ukraine massiv zu verstärken und sich auf einen neuen kalten Krieg vorzubereiten. Da der Krieg so schnell nicht vorbei sein wird, dürfe man sich nicht daran gewöhnen oder vergessen, dass man eine Verantwortung gegenüber der Ukraine und den europäischen Idealen habe. Man solle die Verteidigung der Ukraine und der europäischen Ideale nicht den Ukrainer:innen, mitunter auch einigen Games-Entwickler:innen, überlassen, die beim russischen Angriffskrieg derzeit potenziell ihr Leben lassen.
Die EGDF sieht die Games-Industrie in der Verantwortung, auf Dauer einen positiven Einfluss auf diejenigen Menschen zu haben, die unter der Autokratie von Wladimir Putin keinen oder nur eingeschränkten Zugriff auf unabhängige Nachrichten oder alternative Staatsformen bekommen. So wie einige Kulturprodukte wie Filme im Kalten Krieg den Eisernen Vorhang überwanden, sieht die EGDF in diesem, ihrer Meinung nach anstehenden Kalten Krieg Memes, Social-Media-Inhalte und Videospiele als möglichen Faktor, Menschen unter dem russischen Regime zu erreichen.
Zu diesem Zweck wendet sich die European Games Developer Federation mit mehreren Forderungen an die EU. Die Unterstützung der Ukraine solle nicht nachgelassen, sondern verstärkt werden, mit dauerhaften visa-freien Reisemöglichkeiten zwischen EU und Ukraine, Unterstützung beim Aufbau zerstörter Infrastruktur, mobilem Arbeiten in EU-Unternehmen aus der Ukraine heraus und andersherum und Education-Programmen für wachsende Industriezweige wie die Games-Industrie in der Ukraine.
Die EU solle außerdem in alternative Märkte außerhalb Russlands investieren, ohne jedoch Menschen, die aus Putins Regime fliehen wollen, die Ausreise zu erschweren.
Die EGDF fordert außerdem mehr Förderung von Kunstprojekten wie Games, die die europäischen Ideale und Menschenrechte präsentieren, paradieren und verbreiten. Ein stärkerer digitaler EU-Binnenmarkt soll mit besserer Cybersecurity einhergehen, um sich gegen Cyberattacken und extremistischen Trollen aus Russland wehren zu können. Europäische Mitgliedsstaaten, deren wachsende Industriesektoren besonders unter Attacken zu leiden hätten, sollen laut EGDF zudem mit mehr Risikokapital ausgestattet werden.
Zuletzt fördert die Federation, dass Nachbarstaaten der EU wie die Republik Moldau, oder Bosnien & Herzegovina durch Investitionen in die Zivilgesellschaft gefördert werden, um sie auf der europäischen Seite des laut der EGDF entstehenden "neuen Eisernen Vorhangs" zu halten.
Präsident der EGDF ist Hendrik Lesser, Gründer von remote control aus München, die gerade erst verkündeten, nun 350 Mitarbeiter:innen aus 33 verschiedenen Ländern zu beschäftigen. Der Vorstoß der Föderation ist nicht das erste Statement zum russischen Angriffskrieg aus der Games-Industrie. Das ursprünglich belarussische Wargaming, nun mit Sitz auf Zypern gemeldet, hat sich beispielsweise als Reaktion auf die Unterstützung Putins durch den belarussischen Präsident Lukaschenko komplett aus seiner alten Heimat und Russland zurückgezogen.