Fachgremium für "Auswärtsspiel" tagt am 02. Dezember erstmals
Das Fachgremium des Außenpolitik- und Gamingprojekts "Auswärtsspiel" des Auswärtigen Amtes und der Stiftung Digitale Spielekultur tagt am 02. Dezember 2022 erstmals. Ausgearbeitet werden soll dabei von namhaften Expert:innen ein öffentlich einsehbarer Fragenkatalog zum Gaming in der Public Diplomacy.
Das Projekt "Auswärtsspiel" des Auswärtigen Amtes und der Stiftung Digitale Spielekultur startet am 02. Dezember 2022 offiziell mit der Arbeit. Vorgesehen ist für diesen Tag ein Workshop des Expert:innen-Gremiums, bei dem ein öffentlicher und praxisnaher Fragenkatalog zum Einsatz von Games im Handlungsfeld Außenpolitik und Public Diplomacy erarbeitet werden soll.
Das interdisziplinäre Gremium besteht aus deutschen und internationalen Expert:innen der Gamingbranche, der Hochschullandschaft und der Zivilgesellschaft. Darunter befinden sich aus Gamesentwicklung und -Vertrieb beispielweise Michaela Bartelt, Senior Director WW Localization bei Electronic Arts und Franziska Zein, Mitgründerin von Fein Games. Aus Games-Forschung und -Lehre nehmen unter anderem Lena Falkenhagen, Autorin und Professorin an der University of Applied Sciences Hamburg und Manouchehr Shamsrizi, Mitbegründer des gamelab.berlin am Exzellenzcluster der Humboldt-Universität und dort Leiter der Group for Gaming in International Relations an der Gremiumsarbeit teil. Aus dem Bereich der Außenpolitik und Zivilgesellschaft konnten beispielsweise Sarah Widmaier, wissenschaftliche Koordinatorin des Forschungsprogramms Kultur und Außenpolitik am Institut für Auslandsbeziehungen und Felix Zimmermann, Referent für Gameskultur, politische Bildung und Extremismus bei der Bundeszentrale für politische Bildung gewonnen werden.
"Auswärtsspiel" beschäftigt sich mit den außenpolitischen Potenzialen von Gaming, aber auch den Risiken von Games als Faktor in der Extremisierung und Radikalisierung von demokratiefeindlichen Strömungen.
"Viele erfolgreiche Games - z. B. des Strategie- und Simulationsgenres - setzen sich bereits mit den Beziehungen zwischen Staaten auseinander und bieten interessante Ansätze, um Grundmechanismen der Diplomatie spielerisch zugänglicher zu machen", kommentiert Çigdem Uzunoglu, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Spielekultur, den Ansatz des Projekts. "Mit dem Auswärtigen Amt wollen wir einen Schritt weitergehen. Wir möchten Wege aufzeigen, wie dieses Vermittlungspotenzial von digitalen Spielen genutzt werden kann, um aktuelle Schwerpunkte und Entwicklungen der deutschen Außenpolitik möglichst vielen Menschen verständlicher zu machen."
Peter Ptassek, Beauftragter für strategische Kommunikation des Auswärtigen Amts, ergänzt: "Der vom Fachgremium zu entwickelnde praxisorientierte Fragenkatalog soll Sensibilität und Nachvollziehbarkeit für das Funktionieren von Außenpolitik und für politische Narrative gerade auch in Zeiten von Desinformation und Schwarz-Weiß-Denken wecken. Wir möchten einen Reflexions- wie Dialogimpuls in Gang setzen für interessierte Spieleproduzenten und Publisher, für Forschende und Lehrende sowie für politische Institutionen, die digitale Spiele stärker in ihre Arbeit integrieren möchten. Als öffentliches Dokument dient der Fragenkatalog nicht nur der Gaming-Community als zu Reflexion und Kreativität einladende Handreichung. Es geht uns um das außenpolitisch-sensibilisierte Betrachten von Games, wie auch um das spielerisch-reflektierende Betrachten von Außenpolitik."
Pascal Wagner