Flashpoint betreut 1400 Outlets
Die Flashpoint AG hat sich in Deutschland als erfolgreicher Großhändler für Video- und PC-Spiele etabliert. Doch das Unternehmen ist nicht nur im PC- und Videospielesegment aktiv, sondern auch im Bereich DVD-Video, von dem sich Vorstand Jean-Marcel Sommer viel verspricht.
Im September 1988 in Koblenz gegründet, beschränkte sich die Geschäftstätigkeit der Flashpoint Elektronik & Spiel Vertriebs GmbH anfänglich auf den Versandhandel an Endkunden. Doch 1991 stieg das junge Unternehmen in den Großhandel ein. Zwei Jahre lang liefen Versandhandel und Großhandel parallel, 1993 gab Flashpoint schließlich den Versandhandel auf und konzentriert sich seitdem auf das Großhandelsgeschäft.
Nach mehreren Umzügen fand Flashpoint im August 1998 seinen heutigen Sitz in einem 1000 Quadratmeter großen Büro- und Lagerraumkomplex in Bad Oldesloe; im Dezember 1999 folgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Jean-Marcel Sommer und Manfred Kühn sind Vorstände der AG, Hartmut Peine und Rüdiger Fleige sitzen im Aufsichtsrat. 25 festangestellte Mitarbeiter erwirtschafteten in 1999 einen Umsatz von 45 Millionen Mark. Rund 55.000 Pakete verließen im vergangenen Jahr die Bad Oldesloer Zentrale. Sommer sieht noch großes Wachstumspotenzial für das Unternehmen. "Für das laufende Jahr rechnen wir mit einem Umsatz von 55 Millionen Mark", ist Sommer optimistisch. Auf dem Weg zur Börsennotierung, die für das Jahr 2001 geplant ist, plane man noch Akquisitionen; der Bereich E-Commerce im Business-To-Business-Segment soll ausgebaut werden, so dass man den Kunden einen besseren Service bieten kann.
Flashpoint bietet seinen Kunden das gesamte Sortiment an PC-, Nintendo-, Game-Boy-, Sega- und PlayStation-Spielen sowie das entsprechende Zubehör, Lösungsbücher und Merchandisingartikel an. "Auf das PC-Spielesortiment entfallen rund 20 Prozent des Umsatzes, 55 Prozent auf Videospiele, der Rest auf Zubehör und Konsolenhardware", sagt Sommer. Ein Schwerpunktsortiment liege im PlayStation-Bereich, wobei Flashpoint einer von nur fünf authorized resellers für PlayStation in Deutschland sei."Die Struktur der Kunden von Flashpoint ist sehr heterogen", meint Sommer. Der reine Gameshandel habe in den vergangenen Jahren sehr an Bedeutung verloren. Die 1400 betreuten Outlets stammen aus dem Spielwarenbereich (Spielwarenkooperationen), dem UE-Bereich (Fachhandelskooperationen) und dem Tonträgerbereich. Bei letzterem betreut Flashpoint zur Zeit noch einzelne Outlets, doch ist das Unternehmen auf der Suche nach Partnern für die Zentralbetreuung.
Die ausführliche Beratung ist der Grundbaustein für den Erfolg von Flashpoint. "Wir legen da viel Wert auf Individualität, um unsere Kunden optimal zu betreuen", so Sommer. Mitarbeiter von Flashpoint analysieren den Standort, das Zielpublikum und die Konkurrenz im Umfeld des Outlets, um das geeignete Sortiment zusammenzustellen; auch geeignete Werbemaßnahmen werden ausgearbeitet. Die Betreuung selbst steht auf vier Beinen: Im Rahmen der Telesales-Betreuung wird der Kunde angerufen, über neue Produkte informiert und die Bestellung entgegengenommen. Die Betreuung kann auch in Form eines Warenwirtschaftssystems erfolgen, das in unterschiedlichen Dimensionen angeboten wird. Der Kunde hat die Wahl zwischen drei Stufen. Die erste Stufe ist ein reines Infoterminal, dessen Inhalte einmal täglich aktualisiert werden. Die zweite Stufe ist ein komplettes Warenwirtschaftssystem mit Bestandsführung, Verkaufsermittlung, Warenbewegung, der Auswertung der Daten und den daraus resultierenden Bestellvorschlägen. Optional besteht die Möglichkeit, ein komplettes Kassensystem einzurichten, das unter anderem Abrechnung und Inventur erleichtert; dazu arbeitet Flashpoint mit Media Pool zusammen.
"Ich habe festgestellt, dass oft erst das Infoterminal geordert wird, wobei der Kunde dieses auch nutzt, um die Käufer zu informieren", sagt Sommer. Doch viele ließen sich dann überzeugen, auszubauen und in die nächste Stufe einzusteigen. Die Bestellung über das Internet ist ebenfalls möglich, wobei laut Sommer diese Möglichkeit nur drei bis vier Prozent der Kunden in Anspruch nehmen; in diesem Bereich sei aber stetes Wachstum zu verzeichnen. Schließlich stieg Flashpoint ins Rackjobbing-Geschäft ein, wo man sich aber erst in den Anfängen befindet; ein Kunde ist die zur Markant-Gruppe gehörende Famila in Kiel. Doch man will diesen Bereich ausbauen. Aber Flashpoint ist nicht nur im Spielebereich tätig, sondern verfügt auch über ein komplettes DVD-Video-Sortiment. "Das ist das Medium der Zukunft, das auch die CD-ROM ablösen wird", ist sich Sommer sicher.
Die DVD werde der gemeinsam definierte Standard für Video und Spiele werden und eine entscheidende Rolle im Sortiment von Flashpoint spielen. Man habe separate Preislisten und Ansprechpartner für den Handel in diesem Segment. Im vergangenen Jahr habe der Anteil der DVD am Gesamtumsatz von Flashpoint nur rund ein Prozent betragen, doch schon im Januar 2000 sei dieser bereits auf zwei Prozent gestiegen. "Das beweist das enorme Wachstum in diesem Segment", meint Jean-Marcel Sommer. Für die Zukunft will Flashpoint den Bereich der Exklusivprodukte ausbauen. Im letzten Jahr hat das Unternehmen zum Beispiel das Spiel "Swing" für PlayStation und das offizielle Lösungsbuch für "Final Fantasy VIII" exklusiv vertrieben. Im laufenden Jahr vertreibt man einige Warner-Lizenzen wie "Fred Feuerstein" und "Tiny Toones". Insgesamt werden rund 15 Exklusivprodukte verschiedenster Anbieter noch in diesem Jahr ins Sortiment aufgenommen. "Wir halten auch weiterhin verstärkt Ausschau nach Exklusivprodukten, die sich über das gesamte Sortiment, von Konsolen über PC bis zum Zubehör, erstrecken können", so Sommer.