Der heiß ersehnte Nachfolger des Megaerfolges "Halo" soll seinen Vorgänger in puncto Grafik und Gameplay weit übertreffen.

Wir schreiben das Jahr 2542. Nach den kriegerischen Vorgängen auf dem Planeten Halo streitet die Menschheit noch immer mit der außerirdischen Allianz. Doch diesmal ist nicht ein ferner Planet Austragungsort der Gefechte.

Die Aliens greifen mit aller Gewalt die Erde an, genauer gesagt: die Stadt New Mombasa. Raumgleiter werfen Bomben auf Häuser, monströse Kreaturen, Covenants genannt, attackieren Soldaten mit messerscharfen Klingen.

Der Spieler übernimmt die Rolle des mächtigen Masterchief, der bereits im ersten Teil die Allianz zurückschlagen konnte. Mit der Kanone im Anschlag gilt es, die feindlichen Invasoren in ihre Schranken zu verweisen.

Die Wahl der Waffen

"Halo 2" vermittelt zu Beginn den Eindruck eines echten Kriegsschauplatzes: Von überall her tönen Granaten- und Kugeleinschläge; in engen Seitengasse kümmern sich Sanitäter um verletzte Marines.

Hatte man es im Vorgänger noch großteils mit außerirdischem Fußvolk zu tun, muss der Spieler nun auch riesigen Raumgleitern und feindlichen Panzern Paroli bieten.

Ego-Shooter-typisch stehen knackige Straßenkämpfe mit der Kanone im Vordergrund. Der Spieler kann allerdings lediglich zwei Feuerwaffen sowie eine begrenzte Anzahl von Granaten gleichzeitig tragen, wodurch der taktische Anspruch steigt.

Auf zum Vehikel-Kapern

Die größte Neuerung: In "Halo 2" darf erstmals beidhändig geballert werden. Bedient werden die beiden Schießprügel mit Hilfe der Schultertasten des Xbox-Controllers.

Bereits im Vorgänger konnte der Spieler in Fahrzeugen der Menschen Platz nehmen. So war es möglich, einen Jeep entweder selbst zu steuern oder als Kanonier das Flakgeschütz zu bedienen.

Natürlich werden diese Funktionen auch in "Halo 2" implementiert - mit einigen deutlichen Verbesserungen. So können nun feindliche Schiffe gekapert werden: Mit einem Knopfdruck schwingt sich der Masterchief auf die Motorhaube des Fahrzeugs und befördert den Steuermann mit einem harten Tritt aus dem Cockpit.

Jedem Wagen seine Schwachstelle

Zudem dürfen alle Vehikel übernommen werden, also auch die der Allianz. Insbesondere im Mehrspielermodus spielen Fahrzeuge eine gewichtige Rolle spielen. Weiterhin verfügen sämtliche Gefährte über individuelle Schadens- und Physikmodelle.

Bei Jeeps können z. B. die Reifen zerschossen werden, während blitzschnellen Gleitern kurzerhand mit einigen MG-Salven die Tragflächengestutzt werden.

Nehmen die Vehikel zu viel Schaden, wird zunächst ihre Funktionstüchtigkeit eingeschränkt: Die Lenkung wird schwerfälliger, die Motorleistung nimmt merklich ab. Müssen die Boliden danach noch mehr einstecken, gehen sie in Flammen auf, bevor sie schließlich in einer gewaltigen Explosion in ihre Einzelteile zerbersten.

Taktik per Headset

Technisch gehört "Halo 2" schon jetzt zu den spektakulärsten Xbox-Titeln. Während der ausufernden Gefechte jagen ständig riesige Feuerfontänen Richtung Himmel, voluminöse Explosionen schleudern die Kameraden des Spielers in alle Richtungen. Unmengen von Monstern und Soldaten wuseln über den Bildschirm.

Dennoch kommt das Geschehen nicht ins Stocken. Neben dem ausführlichen Storymodus arbeiten die Entwickler auch an der Ausnutzung der Onlinefunktionen und der Umsetzung der Deathmatch-, Team- und Capture-the-Flag-Varianten.

Als Highlight können via Headset Befehle und Taktiken untereinander ausgetauscht werden. Über die genaue Anzahl der Spielmodi sowie der Spielkarten hüllen die Bungie Studios bislang noch den Mantel des Schweigens. Doch immerhin steht mit dem 9. November 2004 bereits der Releasetermin für "Halo 2" fest.

Nachgefragt bei Pete Parsons, Studio Manager Bungie

» "Halo" ist das erfolgreichste Spiel für die Xbox. Glauben Sie, "Halo 2" wird den riesigen Verkaufserfolg wiederholen können?

Wenn es um konkrete Zahlen geht, sind die Marketingleute gefragt. Wir für unseren Teil haben viel Zeit auf Story, Technik und neue Xbox-Live-Funktionen verwendet. Wir versuchen einfach, ein gutes Stück Software zu entwickeln, das seinem Vorgänger in nichts nachsteht. Und wenn wir unseren Job richtig machen, werden die Spieler "Halo 2" mögen. Wenn es sich gut verkauft - umso besser!

» Was ist der Hauptunterschied zwischen "Halo" und "Halo 2"?

Wir erzählen eine größere, noch epischere Geschichte. Alles andere ist nur noch ein Bonus: Es handelt sich um ein komplett neues Spiel mit neuer Grafikengine, neuen Funktionen und besseren Physikmodellen. Wir haben jetzt ein Team und können so die Hardware und Xbox Live wesentlich besser ausschöpfen.

» Zu wie viel Prozent wird die Xbox-Hardware durch "Halo 2" ausgelastet sein?

Glauben Sie, dass grafisch noch mehr möglich sein wird? Zu hundert Prozent natürlich. Unsere Maxime war es schon immer, die Hardware an ihre Grenzen zu treiben. Wir nutzen nicht nur die Grafikprozessoren bis zum Letzten aus, sondern legen auch viel Wert auf die richtige Akustik. Die DVD wird schließlich voll sein mit Musik- und Grafikdaten.

» Wie wichtig sind gute Onlinefunktionen für ein erfolgreiches Xbox-Spiel?

Natürlich ist ein Onlinemodus wichtig. Aber der Kern von "Halo" war die Einzelspielerkampagne. Das Phänomen der "Halo"-LAN-Partys bedeutete für uns ein Umdenken: Wir mussten das Gefühl einer LAN-Session bei Freunden auf die Xbox-Live-Erfahrung ummünzen. Bis zu 16 Xbox-Live-Spieler können gegen- oder miteinander antreten oder gar über das Linkkabel im Netzwerk spielen - und dabei Freunde gewinnen und eine Fülle an Optionen entdecken.

» Wird es eine PC-Umsetzung von "Halo 2" geben?

Zum jetzigen Zeitpunkt ist keine PC-Umsetzung geplant.

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