Der GAME Verband setzt das Thema "Deutscher Gemeinschaftsstand" erneut auf seine Agenda. Eine Umfrage unter Entwicklern soll klären, welche Auslandsmesse als Plattform für einen geförderten German Pavilion in Frage kommt.

Welchen Konferenzen und Messen im Ausland sind für deutsche Entwickler besonders interessant? Diese Frage wollen der GAME Bundesverband der Deutschen Games-Branche und seine Task Force Indie klären. Dazu starteten sie jetzt eine Umfrage. Die Teilnahme dauert nur wenige Minuten. Hintergrund ist ein eher unrühmliches Kapitel der deutschen Gamesbranche und zwar das des deutschen Gemeinschaftsstands.

Dieser mit Bundesmitteln geförderte Gemeinschaftsstand wurde in den vergangenen Jahren auf der Game Developer Conference organisiert. 2017 mussten die Verbände BIU und GAME diesen jedoch mangels Interesse deutscher Firmen . Der Antrag für 2018 wurde deshalb abgelehnt. Ein neuer Anlauf ist also erst für einen Stand in 2019 möglich. Nach der Schlappe in 2017 dürfte die für die Förderung zuständige AUMA aber genau hinschauen, ob der Pavilion den Wünschen der Branche entspricht und ob mit einer entsprechenden Nachfrage zu rechnen ist.

Es ist indes nicht das erste Mal, dass der deutsche Gemeinschaftsstand auf der Kippe steht. In den Wirren der Verbandsauflösung des alten Branchenverbands VUD wurde 2004 der  nicht fristgerecht eingereicht. Über einen  war eine Teilnahme - damals noch an der E3 - dennoch möglich. Premiere feierte der geförderte, deutsche Games-Gemeinschaftsstand  auf der E3, damals noch organisiert von der Spielwarenmesse eG. Zu dieser Zeit gab es im Bereich "Neue Medien", zu denen auch Games gezählt wurden, zahlreiche verschiedene "German Pavilion"-Projekte. Das Multimedia Kreativzentrum Hessen etwa  2001 einen German Pavilion auf der französischen Multimedia-Messe Milia in Cannes. Und der Deutsche Multimedia Verband , der sich später in den Bundesverband Digital Wirtschaft (BVDW) umbenannte, organisierte 2002 einen solchen Gemeinschaftsstand auf der Internet World.

So gesehen könnte die deutsche Gamesbranche - ein entsprechendes Interesse vorausgesetzt - wohl auch mehr als einen Gemeinschaftsstand beantragen, beispielsweise für verschiedene Regionen oder Branchensegmente. Voraussetzung ist natürlich, dass es auch ausreichend Firmen gibt, welche die Kosten als Aussteller nicht scheuen. Denn trotz Förderung ist und bleibt auch die Präsenz auf einem Ländern-Pavilion eine Investition. Das gilt übrigens auch für die zahlreichen Firmen, die auf der gamescom auf einem der Länder-Gemeinschaftsstände vertreten sind.

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Written by

Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.