Game Group enttäuscht bei steigenden Umsätzen
Mit mehr als 700 Filialen sieht sich die britische Fachhandelskette Game als Marktführer im europäischen Gameshandel. Die Expansionsstrategie der zurückliegenden Monate schlägt sich jedoch in sinkenden Gewinnen nieder.
Die britische Fachhandelskette Game hat das vergangene Geschäftsjahr zum 31. Januar mit 645,1 Mio. Pfund (ca. 930 Mio. Euro) Umsatz beendet. Im Jahresvergleich bedeutet dies einen Anstieg von gut zwölf Prozent. Gedankt ist das Umsatzplus vor allem der aggressiven Expansionsstrategie der Briten. So stieg die Anzahl der Filialen in den vergangenen zwölf Monaten durch Übernahmen und Neueröffnungen von 620 auf 700 Geschäfte an. Während der Großteil der Filialen nach wie vor in Irland und dem Vereinigten Königreich zu finden sind, fanden die meisten Neueröffnungen in Kontinentaleuropa statt, wo vor allem in Frankreich, Spanien und Skandinavien mittlerweile 249 Game-Händler operieren.
Jedoch hat die Expansion auch ihre Schattenseiten. Denn während vor allem das Onlinegeschäft mit einem Plus von 100 Prozent boomte, wurden der Unternehmensgewinn durch die Investitionen deutlich reduziert. Nach 29 Mio. Pfund im Vorjahr (rund 42 Mio. Euro) schlägt für das abgeschlossene Geschäftsjahr lediglich ein Vorsteuergewinn von 5,4 Mio. Pfund (ca. 7,8 Mio. Euro) zu Buche. Dementsprechend nannte Chairman Peter Lewis die Ertragssituation "enttäuschend". Nichtsdestotrotz soll der eingeschlagene Kurs mit gleichem Elan beibehalten werden. Zwischen 70 und 80 Neueröffnungen - davon der Großteil in Kontinentaleuropa - sind für das laufende Geschäftsjahr geplant. So will sich Game in den nächsten Monaten vom auf gut fünf Mrd. Pfund (rund 7,2 Mrd. Euro) bezifferten europäischen Markt für Computer- und Videospiele eine möglichst große Scheibe abschneiden.