Der GAME Bundesverband hat heute in Frankfurt sein langerwartetes Förderkonzept vorgestellt. Auf 23 Seiten stellt der Verband detailliert Modalitäten und schlüssige Gründe vor, warum der Bund rund 100 Mio. Euro an Mitteln zur Verfügung stellen soll.

Der GAME Bundesverband hat wie erwartet in Frankfurt sein Konzept für eine umfangreiche Förderung von Computer- und Videospielen in Deutschland vorgestellt. Das insgesamt 23 Seiten umfassende Konzept ist ab sofort auch auf den Internetseiten des Verbands abrufbar. Der GAME bekräftigt darin seine Forderung nach einer Förderung im Volumen von 100 Mio. Euro pro Jahr.

Argumentativ geht der Verband auf branchenspezifische Probleme bei der Projektfinanzierung gerade für kleine und mittlere Unternehmen ein, verweist aber auch auf die massiven Anstrengungen der Bundesregierung zur Sicherung der kulturellen Vielfalt von anderen Medien. Neben der Filmförderung verweist der GAME dabei zu Recht auch auf die Buchpreisbindung, die Haushaltsabgabe (ehemals GEZ-Gebühren) und das Pressegrosso. Entsprechend heißt es in dem Papier: "Förderung von Spieleentwicklung bedeutet: kulturelle Vielfalt sichern und Zukunftsfähigkeit des Standortes Deutschland stärken."

Hinsichtlich der einzelnen Förderbausteine arbeitet der GAME in seinem Konzept die bekannten Forderungen detailliert aus. Bei der Produktionsförderung, die 60 Prozent der Summe ausmachen soll, erläutert der GAME beispielsweise, dass mit dem Geld fünf bis sieben Großprojekte mit einer Summe zwischen fünf und sieben Mio. Euro gefördert werden sollen. Desweiteren sollen etwa acht mittelgroße Projekte mit jeweils ein bis fünf Mio. Euro und 15 Wachstumsprojekte mit 200.000 bis einer Million Euro gefördert werden.

Weitere Bausteine in dem Konzept sind eine Konzept- und Prototypenförderung des Bundes, die mit den entsprechenden Förderungen der Länder kumuliert werden darf. Pro Jahr sollen 20 bis 30 solcher Förderung erfolgen wobei die Förderhöhe in der Regel 200.000 Euro betragen soll. In Einzelfällen soll aber auch eine stärkere Förderung möglich sein. Zudem tritt der GAME für eine Gründerförderung ein, bei der Gründer neben der Prototypenförderung auch 12.000 Euro pro Team und weitere 2000 Euro pro Gründer erhalten, wobei das personenbezogene Geld für Coaching, Rechtsberatung und ähnliches Zweckgebunden ist. Der GAME fordert zudem den Aufbau von Gründerzentren, welche die Gründer unterstützen.

Laut GAME sollen die Gelder teils durch ein selektives Verfahren, teils durch ein abgestuftes Selektionsverfahren vergeben werden. Eine fachkompetente Jury soll zweimal jährlich über die Vergabe Jahr entscheiden. Entwickler müssen einen Eigenanteil von mindestens zehn Prozent einbringen, die Höchstfördersumme darf maximal 50 Prozent des Firmenumsatzes betragen. Für Marketing- und Vertriebsausgaben sollen maximal 25 Prozent der bewilligten Förderung ausgegeben werden dürfen.

Das vollständige Konzept ist auf der Verbandshomepage im Bereich Förderung abrufbar.

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Written by

Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.