Warum in die Ferne schweifen...? Zwar wird die E3 in Los Angeles auch weiterhin das Mekka der Spielebranche bleiben, doch nicht zuletzt die zeitliche Nähe zum lukrativen Herbst- und Weihnachtsgeschäft macht die GC zum idealen Tummelplatz für Spielefans, Händler und Journalisten.

Wer Computerspiele zu seinen Hobbies zählt und gen Leipzig reiste, konnte sich eine Riesenpackung Spaß abholen - sowohl beim Probespielen an etlichen Stationen als auch in Form von Messebabes, lautstarken Parties und Give-aways aller Art. Erwartungsgemäß dominierten Actionspiele das überwiegend von männlichen Besuchern bestaunte Messeangebot. Besonder an Attraktivität gewann die diesjährige GC durch die Tatsache, dass die ausstellenden Publisher weder Kosten noch Mühen gescheut hatten, um möglichst viele Europa- und sogar Weltpremieren vor Ort präsentieren zu können. Überdies ließen es sich einige der ausländischen Entwickler nicht nehmen, ihre neuesten Schützlinge für PC und Konsole höchstselbst vorzustellen.

Im Gepäck: unzählige Actiontitel und Rennspiele am laufendem Band - nach dem großen Hype um EAs "Need For Speed: Underground" und dessen Nachfolger kein so großes Wunder. Im Mittelpunkt des Besucherinteresses standen eindeutig die Konsolenspiele für PS2, Xbox und GameCube, zumal für diese Plattformen eine Reihe witziger Activity-Games zum Probespielen einluden. Die Onlineanbindung an Xbox Live und PlayStation-NetworkGaming gehört bei den Releases für die Konsolen von Microsoft und Sony C.E. mittlerweile zum guten Ton. Und so profitieren nun auch zunehmend die boomenden Rennspiele von Breitbandanschluss und Contentdownload. Während die PS2 mit Spitzenspielen wie "Burnout 3" und "Gran Turismo 4" vor Augen führte, welches grafische und letztendlich spielerische Potenzial (noch) in ihr steckt, bejubelten Xbox-Besitzer Vorführungen des lang erwarteten Actionspiels "Halo 2" und insbesondere dessen Multiplayermodus.

Die weiteren AAA-Titel der Messe: "Metal Gear Solid 3: Snake Eater" und "GTA - Grand Theft Auto: San Andreas", wenngleich Take 2 kein Ingame-Footage der Rockstar-Granate zeigen konnte. Last but not least weckte das mit pfiffigem Zweispielermodus ausgestattete "Splinter Cell: Chaos Theory" Begehrlichkeiten. Das grafisch bislang unerreichte Stealth-Abenteuer soll noch in diesem Jahr zumindest für PC und Xbox erscheinen. Apropos PC: Als Spieleplattform ist der Windows-Rechner ein wenig ins Hintertreffen geraten - wohl auch, weil Spiele wie "Doom 3" erst mit teurer Grafikkarte an Bord richtig Spaß machen.

Auch komplexe Simulationen, bislang eine der Stärken im PC-Sektor, musste man während der vier Messetage wie die Nadel im Heuhaufen suchen. Immerhin tauchte mit "Silent Hunter III" (Ubisoft) eine brillante Neuauflage des DOS-Klassikers aus der Versenkung auf. Auch die ausgestellten Adventures ließen sich an einer Hand abzählen, weshalb "The Moment Of Silence" von dtp entertainment besondere Beachtung fand. Ebenso das grafisch gewohnt opulente "Myst IV" von Ubisoft - angesichts von weltweit rund elf Mio. verkauften Einheiten der Serie scheint eine weitere Fortsetzung durchaus lohnenswert.

Im Messetrubel gingen auch die (wenigen) Strategiespiele unter, einst dank "C&C" ein Trendthema wie derzeit Racinggames. Immerhin sorgte "Die Schlacht um Mittelerde" (PC, 18. November) aus dem "Herr der Ringe"-Universum am EA-Stand für Aufsehen. Eine der wichtigsten Botschaften der GC 2004 dürfte gewesen sein, dass Deutschland trotz aller Unkenrufe kein Entwicklungsland in Sachen Spieleprogrammierung ist. Dies untermauerte das liebevoll inszenierte Aufbaustrategiespiel "Die Siedler: Das Erbe der Könige", für das der zu Ubisoft gehörende Entwickler Blue Byte Software verdientermaßen einen Award als bestes PC-Spiel der Messe erhielt.

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