Games-Messen auf Kollisionskurs
Dass die Spielemesse E3 rapide verschlankt wird, hat der Games Convention zunächst Aufwind verschafft. Doch der neue E3-Ableger "E for All" rückt der Leipziger Messe zumindest terminlich stark auf den Leib.
Alles hätte so schön sein können. Die E3 in L.A. - ehemals Leitmesse für Computerspiele - dramatisch abgespeckt und zum Leben als Boothbabe-freie Fachmesse verurteilt. Kein Wunder, dass die Games Convention in Leipzig schon Morgenluft witterte. Nach den großen Erfolgen der vergangenen Jahre tauchten schon Visionen der unblutigen Machtübernahme im Markt der Gamesmessen auf: Exklusiv-Prämieren zuhauf in Leipzig. Schluss mit dem ewigen: "haben wir schon auf der E3" oder "dürfen wir erst zur Tokyo Game Show". Denn trotz allem hinkte die Games Convention bislang in puncto Exklusivität doch stark hinter der E3 resp. der Tokyo Game Show hinterher.
Und was liest man jetzt? Das Datum der Publikumsmesse "Entertainment for All Expo" - kurz auch "E for All" - verkündet von Veranstalter IDG; die neue Publikumsmesse in der Nachfolge der E3. Dieses Jahr ist die Spielewelt terminlich noch in Ordnung: Da findet diese von 18. bis zum 20. Oktober statt. Also Ende August die "Games Convention", Anfang September die "Tokyo Game Show", im Oktober die "E for Al". Passt!
Aber 2008? Hier wurde der "E for All"-Termin deutlich vorverlegt. Und zwar auf Ende August, genauer gesagt auf den 28. bis 30. August - nur dass eben auch die Game Convention traditionell in der letzten Augustwoche liegt. Und um das Termingedrängel vollständig zu machen hätten wir ja auch noch die Penny Arcade Expo in Seattle. Auch diese öffnet gerne mal Ende August ihre Tore. Schwer zu glauben, dass die Publisher, Studios oder Hardware-Entwickler dann noch Old Europe bevorzugt mit spielerischen Sensationen bedienen werden. Und Premieren sind bekannlich das Salz in der Messesuppe - egal ob in Asien, den USA oder hierzulande.