Kommt doch noch Bewegung in die Gamesförderung? Die FDP will im Haushaltsausschuss durchsetzen, dass die Mittel der Deutschen Filmförderfonds sowie des German Motion Picture Fund auch Gamesproduktionen zugänglich werden. Der Branchenverband game hält dies für die falsche Stoßrichtung.

Die FDP will in der morgigen Sitzung des Haushaltsausschuss offenbar den Vorschlag auf den Tisch bringen, die Filmförderinstrumente Deutscher Filmförderfonds I, Deutscher Filmförderfonds II und German Motion Picture Fund auch für Spieleproduktionen zu öffnen. Sie sollen beispielsweise in "Deutscher Film- und Videospielefonds" oder "German Games and Motion Picture Fonds" umbenannt werden. Eine Mittelerhöhung ist laut FDP nicht notwendig.

Laut dem Arbeitspapier, das GamesMarkt vorliegt, wurden die Mittel zum Haushaltsjahr 2018 zwar von 50 auf 135 Millionen Euro erhöht, am Ende werde das "Ist" aber wohl rund 30 Millionen Euro unter dem angesetzten "Soll" liegen. Anders gesagt: Die Filmbranche hat nicht das volle Volumen abgerufen, sodass man dieses Geld auch an andere verteilen kann.

Geht es nach der FDP, dann wäre die Gamesförderung folglich auch wieder bei der Bundeskulturstaatsministerin aufgehängt. Die FDP kritisiert in dem Arbeitspapier , dass Games zwar schon lange als Kulturgut anerkannt sind, sich dies aber nicht im Etat der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien widerspiegle. Die Einführung einer strategischen Gamesförderung für Produktionen in Deutschland sei daher lange überfällig.

Beim game-Verband reagiert man hin und her gerissen auf den Vorschlag. game-Geschäftsführer Felix Falk betont in einer Stellungnahme zwar, dass man endlich international konkurrenzfähige Rahmenbedingungen für die Games-Entwicklung in Deutschland brauche. Auch zeige der Antrag der FDP, dass diese Einsicht selbst von der Opposition geteilt wird."Der aktuelle FDP-Vorschlag, die Games-Förderung aus den bereits bestehenden Töpfen der Filmförderung zu bestreiten, führt jedoch in die falsche Richtung", so Falk. "Eine Games-Förderung ist erst dann wirklich effektiv, wenn sie die spezifischen Anforderungen der Games-Entwicklung berücksichtigt - das zeigen die Erfahrungen der international erfolgreichen Games-Standorte. Auch muss eine erfolgsversprechende Förderung einfach, transparent und planbar sein. Ein Modell, bei dem Filmwirtschaft und Games-Branche um die gleichen Mittel kämpfen müssen, erfüllt diese Anforderungen nicht." Falk plädiert deshalb einmal mehr für den von der Regierung vorgeschlagenen Games-Fonds.

Dass auch nach fast einem Jahr Regierungsarbeit die Gamesförderung noch keinen wesentlichen Schritt vorangekommen ist schürt in der Tat zunehmend Unzufriedenheit in der deutschen Spielebranche. Die hatte sich Hoffnung auf eine schnelle Lösung gemacht, nachdem sich CDU, CSU und SPD problemlos darauf verständigten, eine Gamesförderung als Ziel in den Koalitionsvertrag auf zu nehmen. Passiert ist jedoch bisher nicht viel, auch wenn sich Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales, immer wieder für eine Förderung einsetzt.

Dass eine Förderung notwendig ist, ist unbestritten. Ob Frankreich, Großbritannien, Polen oder Kanada - in immer mehr Staaten werden Spieleproduktionen teils massiv unterstützt, da die Politik die Bedeutung der Gamesbranche als Schlüsselindustrie bei der Digitalisierung und der digitalen Transformation erkannt hat.

Share this post

Written by

Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.
Gamescom Latam: EA and the Brazilian Football Confederation CBF Announce Partnership
James Salmon, EA's director of marketing and partnerships, Twitch streamer Rodrigol, the mascot of the Brazilian national football team, Canarinho, and the CBF's director of marketing for national teams, Bernardo Bessa | Picture: Rebeca Reis / Staff Images / CBF

Gamescom Latam: EA and the Brazilian Football Confederation CBF Announce Partnership

By Stephan Steininger 1 min read
Gamescom Latam: EA and the Brazilian Football Confederation CBF Announce Partnership
James Salmon, EA's director of marketing and partnerships, Twitch streamer Rodrigol, the mascot of the Brazilian national football team, Canarinho, and the CBF's director of marketing for national teams, Bernardo Bessa | Picture: Rebeca Reis / Staff Images / CBF

Gamescom Latam: EA and the Brazilian Football Confederation CBF Announce Partnership

By Stephan Steininger 1 min read