Von Oktober bis Dezember 2022 steigerte die Sony-Sparte "Game & Network Services" sowohl den Umsatz als auch den operativen Gewinn auf Rekordwerte. Die bessere Verfügbarkeit der PlayStation 5 zeigt sich deutlich, während Kratos die Software-Verkäufe anschob.

Sony hat den Geschäftsbericht für das dritte Quartal des FY2022 veröffentlicht, von Oktober bis Dezember 2022. In den drei Monaten sind 7,1 Millionen PS5-Konsolen ausgeliefert worden, 3,2 Millionen Exemplare mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Von April bis Dezember 2022 hat Sony 12,8 Millionen Konsolen ausgeliefert und so bereits die Auslieferungsmenge des gesamten vorherigen Geschäftsjahres übertroffen, damals wurden 11,5 Millionen PS5-Geräte abgesetzt. Seit Markteinführung bis zum 31. Dezember 2022 sind 32,1 Millionen PS5-Konsolen in Umlauf. Absatzzahlen der PS4 wurden nicht mehr genannt.

Die Anzahl der PlayStation-Plus-Abonnenten lag am 31. Dezember 2022 bei 46,4 Millionen, was einem Rückgang von 1,6 Millionen gegenüber den 48 Millionen Abonnenten im gleichen Zeitraum des vorherigen Geschäftsjahres entspricht. Unterschiedliche Abo-Stufen wurden nicht weiter spezifiziert. PlayStation Plus liegt bei den Abonnenten also weiterhin merklich vor dem Xbox Game Pass. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer:innen des PlayStation Network lag Ende Dezember 2022 bei 112 Millionen und damit um eine Million höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

86,5 Millionen Software-Units wurden im besagten Quartal verkauft, was einem Rückgang von 6,2 Millionen gegenüber den 92,7 Millionen verkauften Exemplaren im gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. 20,8 Millionen verkaufte Units waren First-Party-Titel, ein klarer Anstieg gegenüber den 11,3 Millionen First-Party-Sales aus dem Vorjahr, was sehr wahrscheinlich "God of War: Ragnarök" zuzuschreiben ist. Das neuste Abenteuer von Kratos schaffte über elf Millionen Verkäufe in drei Monaten (GamesMarkt berichtete). 62 Prozent aller Software-Verkäufe waren digitale Downloads von Vollversionen, damit wurde das Vorjahresniveau gehalten.

Umsatz, Gewinn und die Wichtigkeit von Games für Sony

Die Sparte "Game & Network Services" setzte 1,246 Billionen Yen um, knapp 8,8 Milliarden Euro. Sie legte im Vergleich zum Vorjahr um 52 Prozent zu. Sony spricht von höherem Hardwareabsatz, mehr Verkäufen von First-Party-Games und positiven Währungseffekten in Höhe von 14 Prozent des Umsatzes.

Ungefähr 35 Prozent des G&NS-Umsatzes entfallen auf Hardwareverkäufe von PlayStation 4 und 5. Die bessere Verfügbarkeit der Konsole zeigt sich erstmals eindeutig sichtbar in den Quartalszahlen, denn in beiden Vorquartalen war der Hardwareumsatz nahezu auf Vorjahresniveau. Es scheint, als hätte Sony die Produktionskapazitäten für das Jahresende gebündelt und für eine weltweit Verfügbarkeit der Konsole gesorgt. Die Übergangsphase zwischen den Konsolengenerationen dürfte langsam aber sicher vorbei sein.

Knapp 48 Prozent des G&NS-Umsatzes ist der Software zuzuschreiben - ein Plus um rund 50 Prozent im Vorjahresvergleich. 44 Prozent der Softwareumsätze entfallen auf die Kategorie "Add-on Content", 41 Prozent auf Digitalverkäufe und 15 Prozent auf physische Software. Im Vorjahresvergleich stiegen vor allem die Umsätze bei digital vertriebener Software, während sich der Umsatz mit Box-Versionen sogar verdoppelte - höchstwahrscheinlich der Kratos-Effekt und Box-Versionen als Weihnachtsgeschenke. "Add-on Content" wuchs um 24 Prozent.

Der operative Gewinn von "Game & Network Services" stieg um rund 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, von 92,2 Milliarden Yen auf 116,2 Milliarden Yen, das sind in etwa 821 Millionen Euro. In diesem Kontext hebt Sony die höheren Spieleverkäufe hervor, merkt aber an, dass ebenfalls die Kosten angestiegen wären. Hier kommen noch anhaltende Kosten für Übernahmen (wie Bungie) und weitere Network-Business-Transactions ins Spiel. Dennoch läuft es für Sony so gut, dass die Jahresprognose des operativen Gewinns um sieben Prozent angehoben wurde, auf 240 Milliarden Yen, circa 1,7 Milliarden Euro. Die Umsatzprognose wurde nicht verändert.

Alles in allem hat der G&NS-Geschäftsbereich noch nie so viel Umsatz und operativen Gewinn in einem dritten Quartal gemacht.

Sony als Gesamtkonzern setzte von Oktober bis Dezember 2022 3,412 Billionen Yen respektive 24,1 Milliarden Euro um, ein Plus von 12,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der operative Gewinn ging um 7,7 Prozent zurück, auf 326,8 Milliarden Yen bzw. 2,31 Milliarden Euro. Insgesamt stehen erhebliche Umsatzrückgänge in den Segmenten Pictures und Financial Services den Umsatzsteigerungen in den Segmenten G&NS, I&SS (Imaging & Sensing Solutions) und Musik gegenüber. "Game & Network Services" sorgte für fast 37 Prozent des Gesamtumsatzes von Sony und für knapp 27 Prozent des operativen Gewinns.

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Written by

Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.