Sie sind Longseller, die Reihen "Digitale Bibliothek" von Directmedia und "glasklar" von MegaSystems. Sukzessive haben die beiden Publisher diese Reihen in den vergangenen Jahren ausgebaut.

Von der großen Branchenpolitik fast unbemerkt hat Directmedia Publishing in diesem Jahr den fünften Geburtstag der Reihe "Digitale Bibliothek" gefeiert. Die Softwareserie "glasklar" von MegaSystems ist in diesem Jahr bereits sechs Jahre alt geworden. Alter und kontinuierlicher Ausbau beider Reihen sind zwei Indizien für den Erfolg dieser Programme. Bei "glasklar" liegt der Grund dafür "sicherlich darin, dass MegaSystems den Großteil der Inhalte selbst produziert und dem Kunden damit hochwertige Enzyklopädien mit gut recherchierten Text- und Bildinformationen bietet", sagt Geschäftsführer Lars Noffke. Zudem zeichne sich die Edition "glasklar" durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus: Jeder Titel kostet rund 25,50 Euro.

Software mit Stehvermögen

Auch die "Digitale Bibliothek" hebt sich durch Funktionalität und hochwertige Inhalte von anderen Info-/Edutainmentprodukten ab. Das ist für Directmedia-Geschäftsführer Ralf Szymanski ein Grund für die Anerkennung des Programms in der Fachwelt. Die "Digitale Bibliothek" sei ein Werkzeug für Menschen, die mit Texten umgehen. Szymanski: "Sie verzichtet auf Schnörkel und Firlefanz. Das macht vielleicht ihren Erfolg aus." Und der kann sich sehen lassen. 78 Titel sind derzeit lieferbar; die Preise liegen zwischen zehn Euro ("Sonderband: Wahl 2002") und 254 Euro ("Musik in Gegenwart und Geschichte"). Seit der ersten CD-ROM vor fünf Jahren, "Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka", hat Directmedia eigenen Angaben zufolge 400.000 Einheiten der Serie verkauft und damit allein im klassischen Handel fast 13,34 Millionen Euro Umsatz erzielt, Onlineumsätze nicht einberechnet.

Von MegaSystems' Reihe "glasklar" wurden laut Geschäftsführer Noffke bislang weit mehr als eine Million Titel verkauft. Seit "Der Mensch", dem ersten Produkt der Edition, ist die Serie auf neun Titel angewachsen. Im Lauf der Jahre kamen neue Funktionen hinzu. Die Erschließung des internationalen Marktes für "glasklar" erfordere zudem immer wieder inhaltliche Änderungen. Inzwischen werden die Programme in 19 Ländern verkauft. Ursprünglich entwickelte MegaSystems Software für den medizinischen Bereich. Zur Zielgruppe zählten Ärzte. "Unser Ziel lag darin, medizinische Befunde und Darstellungen anschaulich zu visualisieren und qualitativ überzeugende Animationen, Bilder und Texte zu einem verständlichen Fachinformationssystem zusammenzufassen", sagt Lars Noffke. Außer Ärzten hätten bald auch andere Berufstätige aus dem medizinischen Bereich, etwa Azubis die Programme genutzt.

Grund genug für den Publisher, den User-Kreis zu vergrößern: Das Ergebnis war,glasklar'. Am Anfang hätten Absatzzahlen und Lob der Verbraucher seine Erwartungen in "glasklar" übertroffen. Damals habe man sich gegen große Publisher wie Bertelsmann durchgesetzt; innerhalb kurzer Zeit lag "Mensch 3D" auf dem dritten Platz der Wissenscharts von Media Control. Negativ sind dem Geschäftsführer von MegaSystems die ersten Konfrontationen mit dem Softwaremarkt im Gedächtnis geblieben: "Ungerechte Bewertung durch manche Redakteure zum Beispiel, oder Eitelkeiten in der Branche und die daraus resultierenden zermürbenden, teilweise amüsanten Streitigkeiten", erinnert er sich.

Für Directmedia war der Anfang mit der "Digitalen Bibliothek" schwierig. Geschäftsführer Szymanski: "In der ersten Zeit war es immens schwer, hochwertige Lizenzen in die Reihe zu kriegen." Verlage wären sehr skeptisch gewesen, mühsam habe der Publisher um jeden Vertrag gerungen. Seit sich die Reihe aber etabliert habe, sei jede weitere Erstauslieferung ein Highlight. In nächster Zukunft soll die "Digitale Bibliothek" um weitere Großanthologien bereichert werden. Konkret denkt Ralf Szymanski an eine Erweiterung um Märchen und fremde Nationalliteraturen. MegaSystems will "glasklar" ebenfalls vergrößern und dabei neue Technologien berücksichtigen. "Ich denke unter anderem an die Konsole als zeitgemäßen Wissensträger", sagt Noffke. "Ferner streben wir eine Ausweitung des internationalen sowie des Projektgeschäfts an."

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