Für CD Projekt war 2022 überaus erfolgreich, obgleich kaum neue Games auf den Markt gebracht wurden. Die Unternehmensleitung baut auf langfristiges Engagement in die Franchises und die Ausweitung ihrer Reichweite. Fortan wird parallel an zwei AAA-Titeln gearbeitet.

Die polnische CD Projekt Group hat den Geschäftsbericht für das vergangene Jahr vorgelegt, von Anfang Januar bis Ende Dezember 2022. In finanzieller Hinsicht war 2022 das zweitbeste Jahr in der Geschichte des Unternehmens, obwohl nur die Solo-Erweiterung "Gwent: Rogue Mage", die Next-Generation-Version von "The Witcher 3: Wild Hunt" im Dezember und mehrere, teils große Updates für "Cyberpunk 2077" veröffentlicht wurden. Die Performance des Back-Katalogs wird entsprechend hervorgehoben, zumal auch die Netflix-Premiere von Cyberpunk: Edgerunners viele neue Spieler:innen in das 2020 veröffentlichte, futuristische Rollenspiel locken konnte.

"Dank der soliden Verkäufe von "Cyberpunk 2077" und "The Witcher 3" erreichte unser konsolidierter Umsatz 953 Millionen Zloty [ca. 204 Millionen Euro], mit einem Nettogewinn von über 347 Millionen Zloty [ca. 74,3 Millionen Euro]. Ein großer Teil dieses Gewinns - über 200 Millionen Zloty [ca. 42,8 Millionen Euro] - wurde in unsere zukünftigen Entwicklungsprojekte investiert", sagt Piotr Nielubowicz, Vizepräsident und CFO von CD Projekt. Die Netto-Profitabilität liegt bei 36,4 Prozent, im Vergleich zu 23 Prozent im Vorjahr. GOG.com, der DRM-freie Online-Store des Unternehmens, steuerte knapp 19,8 Prozent des Umsatzes und 1,5 Prozent der Netto-Einnahmen bei.

Über die langfristige Unterstützung und die anhaltende Verbesserung von "Cyberpunk 2077" sagt CEO Adam Kiciński: "Die Popularität der Serie und die positive Resonanz auf das Update, das eine Woche vor der Premiere veröffentlicht wurde, wirkten sich spürbar auf die Verkaufszahlen von Cyberpunk und die allgemeine Stimmung rund um das Spiel aus, wie die Bewertungen der Spieler:innen zeigen. Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass ein tieferes Engagement in unsere Franchises und die Ausweitung ihrer Reichweite der richtige Weg ist. Ein weiteres wichtiges Element zur Unterstützung der Cyberpunk-Franchise wird die Veröffentlichung von "Phantom Liberty" sein - eine große Erweiterung, die für dieses Jahr geplant ist."

Apropos "Phantom Liberty". Die Marketing-Aktivitäten für die Cyberpunk-2077-Erweiterung sollen im Juni beginnen. Fast die Hälfte der Dev-Teams des Unternehmens arbeiten aktuell an diesem Add-on. Knapp 25 Prozent der Entwicklungskapazitäten sind auf das nächste Witcher-Projekt mit dem Codenamen "Polaris" ausgerichtet. Das bei The Molasses Flood in Entwicklung befindliche "Project Sirius", ein Multiplayer-Titel im Witcher-Universum, wurde kürzlich neu ausgerichtet. In das Projekt wurden bis Ende 2022 knapp 33,4 Millionen Zloty beziehungsweise 7,1 Millionen Euro investiert. Dennoch hält CD Projekt an "Project Sirius" fest, um die Witcher-Reihe einem neuen Publikum zugänglich zu machen, nur halt in anderer Form. Das ebenfalls in Entwicklung befindliche Remake von "The Witcher" wird nicht direkt bei CD Projekt entstehen, sondern bei Fool's Theory - unter der kreativen Leitung von CD Projekt.

Die Dev-Team-Aufteilung von CD Projekt; Quelle: CD Projekt IR-Präsentation

Derzeit zählt CD Projekt über 1.000 Mitarbeitende, die parallel an zwei AAA-Titeln arbeiten. Zusätzlich zu dieser Doppel-Strategie hat CD Projekt im vergangenen Jahr noch eine strategische Partnerschaft mit Epic Games geschlossen. Die zukünftigen Spiele werden daher auf die Unreal Engine und nicht mehr die hauseigene Redengine setzen, während CD Projekt bei der Verbesserung der Unreal Engine und vor allem der Quest-Tools hilft. Laut Angaben des Unternehmens hat CD Projekt ebenfalls die Personalfluktuation in Relation zu 2021 auf sechs Prozent reduziert und die Basis-Gehälter im Vergleich zur Inflation deutlich angehoben.

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Written by

Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.