Embracer steigert Umsatz im Q2, auch wenn PC- und Konsolen-Games schwächeln
Von Juli bis September 2023 konnte die Embracer Group den Umsatz steigern, nur im PC/Konsolen-Gamesbereich ging der Umsatz zurück. Trotz guter Verkäufe von "Remnant II" blieben "Payday 3" und "Trine 5" hinter den Erwartungen. Brettspiele und die Herr-der-Ringe-IP laufen hingegen sehr gut.
Der Nettoumsatz der Embracer Group stieg im zweiten Quartal (Juli bis September) um 13 Prozent auf 10,8 Milliarden SEK, etwa 942,7 Millionen Euro. Das EBIT liegt bei -836 Millionen SEK (-73 Millionen Euro), das organische Wachstum bei -2 Prozent. Das bereinigte EBIT belief sich auf 1,8 Milliarden SEK, rund 158,1 Millionen Euro. Es entsprach den Erwartungen des Managements. Die Ergebnisse führt CEO Lars Wingefors auf ein solides Wachstum in den Bereichen Tabletop und Entertainment & Services zurückführt, aber es gibt Schwierigkeiten und Herausforderungen bei PC/Konsole und Mobile Games im Jahresvergleich. "Der freie Cashflow von rund 400 Mio. SEK (fast 35 Millionen Euro) ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem ersten Quartal, wobei die Auswirkungen des Restrukturierungsprogramms noch vor uns liegen. Wir gehen davon aus, dass sich der freie Cashflow im zweiten Halbjahr deutlich verbessern wird, was auf die stärkere Saisonalität des Segments Tabletop Games sowie auf deutliche Einsparungen bei den Betriebskosten und Investitionen zurückzuführen ist", so der Group-CEO. Die Ausführungen von Wingefors zur laufenden Restrukturierung des Unternehmens haben wir separat zusammengefasst (GamesMarkt berichtete).
Umsatzaufteilung (Q2, FY2023/24): - PC/Konsole: 3,909 Milliarden SEK (-5%), knapp 341 Millionen Euro - Mobile Games: 1,471 Milliarden SEK (+2%), knapp 128 Millionen Euro - Tabletop Games: 4,070 Milliarden SEK (+25%), knapp 355 Millionen Euro - Entertainment & Services: 1,381 Milliarden SEK (+76%), knapp 121 Millionen Euro
Für das Gesamtgeschäftsjahr 2023/24 wird die Prognose für das bereinigte EBIT von 7,0 bis 9,0 Milliarden SEK beibehalten, zwischen 611 Mio. und 786 Mio. Euro. Allerdings wird die Prognose für das zweite Halbjahr für die Segmente PC/Konsole und Mobile Games etwas zurückgeschraubt. Einerseits in Hinblick auf die erwartete Performance neuer Releases und andererseits durch etwaige "kleinere" Release-Verschiebungen. Im Mobile-Segment bezieht sich dies auf eine etwas konservativere Einschätzung der Monetarisierung und des organischen Wachstums.
Im Segment PC-/Konsolengames ging der Umsatz um etwa fünf Prozent bzw. organisch um 17 Prozent zurück. Der Umsatz mit Neuveröffentlichungen belief sich im Quartal auf über 1,417 Mrd. SEK, knapp 124 Millionen Euro - eines der stärksten Quartale des Unternehmens für neue Games überhaupt. Dennoch ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um etwa sieben Prozent zurück, damals wurde "Saints Row" veröffentlicht und ein "umfangreicher Plattform-Deal" geschlossen. Die wichtigsten Umsatzträger unter den Neuveröffentlichungen waren "Remnant II", das vom internen Studio Gunfire Games entwickelt und von Gearbox Entertainment veröffentlicht wurde. "Remnant II" verkaufte sich innerhalb von vier Tagen über eine Million Mal und verzeichnete eine Spitzenzahl von über 110.000 gleichzeitigen Nutzer:innen auf Steam. Das Spiel hat sich inzwischen mehr als zwei Millionen Mal verkauft und einen Nettoumsatz von mehr als 700 Millionen SEK erzielt, mehr als 61 Millionen Euro.
"Payday 3", von Starbreeze und Plaion, wurde Kritiker:innen und Nutzer:innen durchwachsen aufgenommen und hatte mit technischen Problemen, vor allem beim Matchmaking, zu kämpfen. Der Titel leistete dennoch einen positiven Beitrag zum Geschäftsergebnis und die Investitionen wurden im Quartal wieder hereingeholt. "Es wird erwartet, dass das Spiel im GJ 2023/24 einen positiven Beitrag leisten wird, der jedoch unter den Erwartungen des Managements liegt", heißt es weiter. Starbreeze arbeitet weiter an seinen Live-Service-Plänen für das Spiel. "Jagged Alliance 3" von THQ Nordic und "RIDE 5" von Milestone haben sich im Rahmen der Erwartungen der Unternehmensleitung verkauft. "Trine 5: A Clockwork Conspiracy" von Frozenbyte und THQ Nordic blieb hinter den Erwartungen zurück.
Der Umsatz mit Backkatalog-Titeln (einschließlich Plattform-Deals) belief sich von Juli bis September auf 1,612 Mrd. SEK, ungefähr 141 Millionen Euro, ein Rückgang um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu den Top-10-Umsatzträgern zählten "Dead Island 2", "Saints Row", "Deep Rock Galactic", "Star Trek Online", "Insurgency: Sandstorm", "SnowRunner", "AEW: Fight Forever", "Welcome to Bloxburg", "Neverwinter Online" und "Valheim". Der Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal erklärt sich in erster Linie durch einen starken Beitrag von "Valheim" im Vergleichsquartal, der auf einen Plattform-Deal mit Microsoft zurückzuführen ist.
Im Geschäftsjahr 2023/24, also bis Ende März 2024, sollen noch "Homeworld 3", "South Park: Snow Day", "Arizona Sunshine 2", "Expeditions: A MudRunner Game", "Alone in the Dark", "Outcast - A New Beginning", "Lightyear Frontier" und "Deep Rock Galactic Survivors" veröffentlicht werden. Auch "Warhammer 40.000: Space Marine 2" von Saber Interactive steht noch an. Das Veröffentlichungsdatum wird Focus Entertainment demnächst bekannt gegeben.
Das Segment Tabletop Games verzeichnete ein organisches Wachstum von 15 Prozent mit einem Nettoumsatz von 4,1 Mrd. SEK, knapp 355 Millionen Euro. Trotz eines stark auf Sammelkartenspiele ausgerichteten Produktmixes stieg das bereinigte EBIT um 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein nennenswertes organisches Umsatzwachstum, Kosteneinsparungen und positive Wechselkursveränderungen hätten dazu beigetragen. "Der Cashflow von Asmodee hat sich im Jahresvergleich deutlich verbessert, was auf einen geringeren Lagerbestand zurückzuführen ist, der im Einklang mit den vor zwölf Monaten angekündigten Aktionsplänen steht. Wir treten nun in das saisonal stärkste Quartal für Asmodee ein", heißt es im Geschäftsbericht. Besonders das neue Sammelkartenspiel "Star Wars Unlimited" soll ab März 2024 für viel Umsatz sorgen.
Im Segment Mobile Games lag das organische Wachstum bei minus zehn Prozent, eine Verbesserung gegenüber dem ersten Quartal. Der Rückgang wird zum Teil darauf zurückgeführt, dass Crazy Labs den Genre-Fokus auf hybride Gelegenheitsspiele verlagert hat und dabei verstärkt auf Rentabilität und Cashflow achtet. "Die Investitionen in die Nutzerakquise stiegen im Vergleich zum ersten Quartal an, hielten sich aber im Vergleich zu unseren Erwartungen in Grenzen und unterstützten eine starke bereinigte EBIT-Marge von rund 25 Prozent im Quartal mit einem soliden Cashflow-Beitrag", so die entsprechende Passage im Geschäftsbericht. Für das Gesamtjahr wird ein mittlerer bis hoher einstelliger organischer Rückgang erwartet, aber leicht höhere Margen für das Segment, unter anderem aufgrund einer konservativeren Sichtweise bei Investitionen in die Monetarisierung und die Nutzerakquise in der zweiten Jahreshälfte.
Der Bereich Entertainment & Services übertraf mit einem organischen Wachstum von 13 Prozent und einer bereinigten EBIT-Marge von 16 Prozent erneut die Erwartungen des Managements. Die höhere Marge wird hauptsächlich auf starke Lizenzeinnahmen an Middle-earth Enterprises für das Magic: The Gathering Sammelkartenspiel "Der Herr der Ringe: Geschichten aus Mittelerde" zugeschrieben. "Unser starkes IP-Portfolio ist ein wichtiger Bestandteil unserer langfristigen Strategie, und wir haben in den kommenden Jahren spannende Pläne für das Herr der Ringe IP in allen unseren Segmenten", heißt es weiter.