In den ersten neun Monaten schrieb Remedy Entertainment Verluste in Millionenhöhe, auch durch einen höheren Anteil eigener Investitionen in Games. Mit dem Erfolg des kürzlich veröffentlichten "Alan Wake 2" hat das finnische Unternehmen den Grundstein für die Zukunft gelegt.

Auch Remedy Entertainment hat seinen Geschäftsbericht vorgelegt. Von Januar bis September 2023 sanken die Umsatzerlöse um 21,1 Prozent auf 23,6 Millionen Euro. Das EBITDA betrug -13,1 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf -15,9 Millionen Euro. Die Betriebsergebnismarge liegt bei -67,1 Prozent. "Der operative Verlust war deutlich höher als im Vergleichszeitraum. Wie bereits kommuniziert, haben wir mehr in unsere laufenden Gamesprojekte investiert als je zuvor. Kurzfristig hat dies negative Auswirkungen auf Umsatz, Rentabilität und Liquidität", so CEO Tero Virtala.

Im dritten Quartal 2023 lag der Umsatz auf einem ähnlichen Niveau wie im Vergleichszeitraum. Die Entwicklungskosten waren etwas niedriger als vor einem Jahr, da das Projekt "Alan Wake 2" kurz vor der Veröffentlichung stand. Die Lizenzeinnahmen stiegen im Vergleich zum Vorjahr, was auf "Alan Wake Remastered" zurückzuführen ist, das seine Investitionen in Entwicklung und Marketing im dritten Quartal wieder eingebracht hat. Das Remaster erschien im Oktober 2021.

Über "Alan Wake 2", das am 27. Oktober 2023 veröffentlicht wurde, sagte Virtala, dass die Resonanz der Kritiker:innen überwältigend positiv war: "Da das Spiel erst vor vier Tagen auf den Markt kam, ist es noch zu früh, um Rückschlüsse auf den kommerziellen Erfolg zu ziehen. Es ist jedoch klar, dass Fans und Kritiker:innen es zu schätzen wissen, was dem Spiel eine starke Basis für gute Langzeitverkäufe gibt."

Bei Remedy sind vier weitere Gamesprojekte in Entwicklung. "Control 2" befindet sich in der Proof-of-Concept-Phase. "Die Pläne für diese Fortsetzung sind ehrgeizig und wir haben sowohl bei den Entwürfen als auch bei der Entwicklung des Spiels gute Fortschritte erzielt", sagt der CEO. Die Phase soll noch mehrere Quartale dauern, bis das Team vergrößert und die Produktion eingeleitet wird. "Condor", ein kooperatives Multiplayer-Spiel im Control-Universum, ist vom Proof-of-Concept in die Produktionsphase übergegangen. "Wir haben wertvolle Erkenntnisse über die Entwicklung von Service-basierten Games gewonnen und sind nun in einer besseren Position, um ein Game zu entwickeln, mit dem sich Spieler über Jahre hinweg beschäftigen können", sagt Virtala.

Bei "Codename Vanguard" werden gemeinsam mit dem Publishing-Partner (Tencent) die nächsten Schritte festgelegt. Der kooperative PvE-Shooter soll bis Ende des Jahres die Proof-of-Concept-Phase hinter sich lassen. Das Remake von "Max Payne 1 & 2" hat ebenfalls die Produktionsreife erreicht. Stil und Umfang des Titels würden feststehen. Viele Mitarbeiter:innen, die an "Alan Wake 2" beteiligt waren, werden indessen auf andere Projekte transferiert, wobei das Survival-Horror-Abenteuer weitere Updates und zwei Erweiterungen erhalten wird. Ende September 2023 beschäftigte das finnische Unternehmen 348 Mitarbeitende. Chief Operations Officer von Remedy, seit 2019, ist übrigens Christopher Schmitz, der vorher unter anderem bei EA Ghost Games, Square Enix IO Interactive, Ubisoft Blue Byte und Quantic Dream gearbeitet hatte.

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Written by

Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.