Grünen-MdB Banaszak bestätigt: Fördererhöhung gilt auch über 2023 hinaus
Grünen-MdB und Mitglied des Haushaltsausschusses Felix Banaszak bestätigt, dass die Gamesförderung auch nach 2023 zumindest fortlaufende Förderung nicht verliert. Ab 2024 stehen 24 Millionen Euro sogenannte "Verpflichtungsermächtigungen" zur Verfügung.
Auch weiterhin ist der Antragsstopp des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz für die Gamesförderung noch aktiv, doch der Nebel über der Zukunft der Förderung liftet sich stückweise. Nun hat MdB Felix Banaszak, Mitglied des Haushaltsausschusses, des Wirtschaftsausschusses und des Rechnungsprüfungsausschusses für Bündnis 90/Die Grünen, Zahlen für die Games-Förderung nach 2023 genannt: Auch für 2024 und mindestens 2025, wahrscheinlich auch 2026, ist eine Fördererhöhung angedacht. "Für das Jahr 2023 werden zusätzliche 21 Millionen Euro bereit gestellt und für die Folgejahre weitere 24 Millionen," so Banaszak in einem Statement auf Anfrage GamesMarkts. "Ein erneuter Antragsstopp kann so wahrscheinlich nachhaltig verhindert werden." Die erwähnten 24 Millionen Euro zusätzlich sind jedoch nicht pro Folgejahr zu rechnen, sondern gehören zu den sogenannten Verpflichtungsermächtigungen. Das Geld kann über die nächsten Jahre ab 2023 abgeschichtet, das heißt 2024 zu 10 Millionen, 2025 zu einem etwas keineren Anteil etc., als Folgemittel für 2023 vergebene Förderung mit einkalkuliert werden, sodass die Förderung aus 2023 nicht mit Ende Dezember abreißen muss, sondern auch längere Förderzeiträume möglich sind.
Da Banaszak konkret die Folgejahre von 2023 anspricht und das BMWK versichert, dass bis 2026 die Gamesförderung vom Bundestag mit eingeplant ist, scheint die Zukunft der Förderung also mittelfristig zunächst gesichert.
Banaszak betont in einer Mail an die Branche ebenfalls die Evaluierung der Förderrichtlinien, die auch das BMWK angekündigt hatte. Er nennt zudem konkret in den Blick genommene Kriterien: Neben aktuell heiß diskutierten Themenkomplexen wie Jugendmedienschutz und Verbraucherschutz sollen außerdem "Mitnahme-Effekte verringert" und der Bedarf "vernünftig kalibriert werden", sodass "das Kreativpotential für die Branche maximal gehoben werden" kann. Interessant wird also sein, ob die neuen Förderrichtlinien nicht nur Praktiken, die psychologische Dark Patterns befördern, wie etwa Lootboxen, aus der Förderung ausschließen, sondern auch, wie die neue Richtlinie für Subunternehmen größerer Gamespublisher wirken werden. Deren Förderbedürftigkeit dürfte mit Blick auf ihre Mutterunternehmen dann teilweise durchaus in Frage stehen.
Das vollständige Statement von MdB Felix Banaszak an GamesMarkt:
"Die Computerspielförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) erfreut sich großer Beliebtheit. Seit ihrem Start im Jahr 2019 konnte eine Vielzahl an Projekten unterstützt werden. Dass die Ampel-Koalition den sich vor kurzem abzeichnenden Antragstopp in der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses durch eine deutliche Erhöhung der Mittel abwenden konnte, ist ein guter Erfolg für eine beliebte Branche. Für das Jahr 2023 werden zusätzliche 21 Millionen Euro bereit gestellt und für die Folgejahre weitere 24 Millionen. Ein erneuter Antragsstopp kann so wahrscheinlich nachhaltig verhindert werden. Wichtig für die Computerspielförderung ist darüber hinaus die anstehende Evaluierung des Förderprogramms. Diesbezüglich liegt das Augenmerk auf einer zielgerichteteren Ausgestaltung, von der die Games-Branche in Deutschland in Zukunft verstärkt profitieren soll."
Pascal Wagner