Guillemot muss sich Wiederwahl stellen
Am Nachmittag findet die Hauptversammlung von Ubisoft statt, bei der sich unter anderem auch Firmenchef Yves Guillemot zur Wiederwahl stellen muss. Sein Ergebnis könnte wegweisend sein, weil Vivendis Wunsch nach zumindest einem Aufsichtsratsposten unerhört bleibt.
Fällt heute eine Vorentscheidung wie es im Beteiligungs- bzw. Übernahmekrimi zwischen Vivendi und Ubisoft weitergeht? Gut möglich, denn am Nachmittag findet die reguläre Hauptversammlung des französischen Publishers statt und die hat einige interessante Punkte auf der Tagesordnung. Insgesamt müssen vier Mitglieder für das Board of Directors wiedergewählt bzw. ernannt werden, allen voran Firmenchef Yves Guillemot, der sich mehrfach gegen eine Übernahme durch Vivendi aussprach. Auch sein Bruder Gérard, einst Mitgründer auch von Gameloft und seinerzeit zuständig für den Aufbau des US-Geschäfts von Ubisoft, muss sich zur Wahl stellen. Ihr Ergebnis dürfte richtungweisend sein, auch wenn Vivendi mit einem Stimmenanteil von knapp 20 Prozent ihre Wiederwahl nicht verhindern wird können.
Interessant beim Punkt Board-Wahlen sind auch die beiden neuen Kandidaten, welche das Gremium auf insgesamt zehn Mitglieder bei einer Frauenquote von 40 Prozent erweitern. Ernannt werden sollen Frédérique Dame, welche sowohl die amerikanische, als auch die französische Staatsbürgerschaft hat, als Business Angel im Silicon Valley arbeitet und maßgeblich am Wachstum von Uber beteiligt war, sowie Florence Naviner, CFO und Senior VP von Wrigley. Folglich bleibt der Vivendis nach zumindest einem Posten in dem Gremium unerhöhrt.
Neben den Wahlen gibt es aber auch weitere Punkte, bei denen Vivendi seinen möglichen Unmut über die nicht vorhandene Kooperationsbereitschaft zum Ausdruck bringen könnte. So stehen auch die Fortsetzung des Aktienrückkauf-Programms auf der Tagesordnung sowie Pläne für eine Ausweitung der Mitarbeiterbeteiligung, zwei an sich normale Bausteine in einer börsennotierten Firma, die jedoch von den Guillemot-Brüdern auch als Instrumente zur Abwehr einer Übernahme genutzt werden. Erst vor wenigen Tagen und damit demonstrativ vor der Hauptversammlung hatte Ubisoft den Kauf von über 3,6 Mio. eigener Aktien von Bpifrance angekündigt, um sie dem Mitarbeiter-Beteiligungsprogramm zuzuführen.