GUV prangert Piraterie ab 2000 verstärkt an
Die branchenübergreifende Aktion, die im 4. Quartal, spätestens aber Anfang 2000 starten soll, will in der breiten Öffentlichkeit ein Problembewußtsein für das Thema Piraterie schaffen und eine generalpräventive Wirkung erzielen. Am 2. August traf sich der GVU-Vorstand in Hamburg, um weitere Details der Kampagne zu besprechen.
"Als Folge der zunehmenden Digitalisierung beobachten wir einen dramatischen substantiellen und qualitativen Wechsel in der Piraterieszene", sagte Joachim Tielke, GF der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), gegenüber Entertainment Markt. Während dem illegalen Treiben durch die Analogtechnik noch eine natürliche Limitierung entgegengestanden habe, habe das digitale Zeitalter auch diese Barriere gesprengt. Insbesondere das Internet komme als "grenzenlose" Vertriebsform erschwerend hinzu. "Die Zeit arbeitet für die Piraten. Immer mehr Haushalte verfügen über qualitativ hochwertige Rechner, deren Übertragungsgeschwindigkeit in den letzten Jahren um das 300fache angestiegen ist", betont Tielke, der eine deutliche Zunahme der Einzeldelikte konstatiert.
"Wir haben es jetzt mit Größenordnungen zu tun, die in diesem Ausmaß bislang unbekannt waren." Zu den Leidtragenden gehören in erster Linie Anbieter von Entertainmentsoftware, allen voran die Musikbranche, die schon heute von zusätzlichen Einbußen von 20 Prozent spricht, und die Gamesindustrie. Auch die Videobranchewerde in absehbarer Zeit mit diesem Problem konfrontiert, sobald das entsprechende Equipment verfügbar sei. In Hinblick auf die Beschaffer und Verbreiter des Ausgangsmaterials könne, so Tielke, mit Fug und Recht von organisierter Kriminali-tät gesprochen werden. "Hier müssen wir gegensteuern. Deshalb planen wir diese Kampagne.'