Handelsverbände lehnen Gamesförderung ab
Der Bundesverband des Spielwareneinzelhandels und der Bundesverband Technik des Einzelhandels haben sich gegen eine Zwangsabgabe auf den Verkauf von Videospielen zur Förderung deutscher Gamesentwickler ausgesprochen.
Zwei der Fachverbände, die im Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) organisiert sind, haben sich gegen eine Zwangsabgabe auf den Verkauf von Computer- und Videospielen ausgesprochen. Hintergrund sind Überlegungen zur Förderung von Produkten deutscher Entwickler. Diese wird derzeit von Dr. Christina Weiss, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, geprüft. Eine von mehreren Optionen ist, die Förderung in Anlehnung an die Filmförderung durch eine Abgabe auf den Verkauf von Games zu finanzieren. In einer gemeinsamen Erklärung lehnen der Bundesverband des Spielwareneinzelhandels (BVS) und der Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT) dieses System ab. Die Abgaben seien wirtschaftsschädlich und kontraproduktiv.
"Zusatzsteuern sind Gift für die Wirtschaft", sagte Willy Fischel, Geschäftsführer BVT. "Für weite Teile des Handels könnte eine solche Zwangsabgabe der letzte Baustein zur Unrentabilität des ganzen Sortiments sein. Die Folge wäre nicht eine Förderung der Entwickler, sondern deren Verarmung." Auch dass Erhebung und Abrechnung einer solchen Abgabe über den Handel erfolgen sollen, stößt bei den beiden Verbänden auf wenig Gegenliebe. Der Verwaltungsaufwand sei schlicht zu groß. Beide Verbände forderten die Beauftragte für Kultur und Medien deshalb auf, gemeinsam mit den beteiligten Wirtschaftskreisen marktverträgliche Maßnahmen zur effizienten und effektiven Förderung zu erarbeiten und auf eine Zwangsabgabe zu verzichten.