Auf der CeBIT sorgte UMTS zum wiederholten Mal für Gesprächsstoff. Doch laut Oliver Samwer vom Jamba!-Vorstand bestimmen mobiles Entertainment und die Wünsche der 14- bis 29-Jährigen den Massenmarkt.

Das Zauberwort heißt "Java". Dank der Programmiersprache ist es nämlich möglich, dass das Handy allmählich zur Multimediamaschine, zum Mini-PC für unterwegs mutiert. Überall dort auf der CeBIT, wo die mobilen Funkgeräte präsentiert wurden, erhielten die Besucher den Eindruck, das Telefonieren sei nur noch reine Nebensache. Polyphone Klingeltöne, Musikvideos in Echtzeit, hochauflösende Schnappschüsse, kleine Videofilme oder dreidimensionale Spiele - das alles gehört bald zum Standard (fast) jedes Modells und funktioniert bestens, sofern die Performance der Datenübertragung gegeben ist. Wer aufgepasst hat, weiß: UMTS, das Netz aller Netze, hat noch seine Tücken, ist die Highspeed-Technik doch bislang vornehmlich in den Metropolen verfügbar.

Nichtsdestotrotz läutete Jamba!, das Handy-Portal von debitel, MediaMarkt/Saturn und EP:Electronic Partner, auf der IT-Messe das neue UMTS-Videozeitalter ein. Erstmals stellte das Berliner Unternehmen beispielsweise Trailer für den neuen Bully-Kinofilm "(T)Raumschiff Surprise - Periode 1" als Videostream vor - in einer Qualität, die verblüfft. Am 1. Juni wird die Applikation, eigene kurze Videofilme herunterzuladen, gelauncht. Aber auch aktuelle Musiktitel von Britney Spears und Co. finden für einen Preis zwischen 0,59 und 1,99 Euro den Weg aufs Handy. Die Abrechnung soll demnächst über die Handyrechnung erfolgen. Schließlich habe man mit Sony Music, BMG und EMI Records einen Deal abgeschlossen. Und das dürfte in einer Zeit, die von Diskussionen um Kopierschutzmechanismen und Onlineportalen strapaziert wird, weder besonders billig noch sehr einfach gewesen sein.

Gemäß Oliver Samwer, einem der drei Brüder vom Jamba!-Vorstand, machen neben dem Download von Klingeltönen weiterhin die kleinen Spiele für zwischendurch einen Großteil des Markts aus. So wird es nach dem "Crazy Taxi"-Ableger "Taxi Fever" weitere Multiplayertitel geben. Auch Spiele mit 3D-Grafiken lassen sich auf den Modellen der kommenden Generation genießen. Denn sowohl marktbestimmende Unternehmen wie Nokia, Motorola und Siemens als auch kleinere Mitstreiter wie etwa Alcatel statten ihre Geräte mit multimedialem Schnickschnack auf Hightech-Niveau aus, um eine breite Käuferschicht für sich zu gewinnen. Mit den verbesserten Kamerafunktionen, die der Leistung von rund drei Jahre alten Digitalkameras entsprechen (1,3-Megapixel, 4-fach Digital-Zoom), hat auch das fortschrittliche Prinzip der "Augmented Reality" aufs Handy Einzug gehalten, da sich so reale Bilder über die Linse des Handys ins Game integrieren lassen. Diesbezüglich dürfen Händler in Zukunft sicherlich noch weitere Neuentwicklungen à la ",Eye Toy' goes Mobile" erwarten. Ferner geht der Trend eindeutig in Richtung Individualisierung: "Je persönlicher, desto besser", wie Oliver Samwer in Hannover auf einer Pressekonferenz erklärte. Dass er damit richtig liegt, beweist die Option, in Zukunft sein Display nach Belieben zu gestalten und persönliche Bilddateien oder Animationen mit Texten und Sounds via MMS zu versenden.

Nichts scheint also mehr unmöglich, denn auch die Schnittstelle zum PC wurde unlängst geschaffen, und dem direkten Austausch von Daten steht nichts mehr im Weg. Wie eng unter Umständen die Vernetzung von Handy und PC sein kann, zeigte der englische Hersteller Sendo mit dem Tri-Band-Smartphone "X", das nahezu sämtliche Features besitzt, die man sich momentan denken kann: Neben den üblichen Funktionen lässt sich das Gerät, das mit dem Betriebssystem "Symbian" läuft, mit einer Tastatur bedienen. Das Handy trumpft vor allem mit einem scharfen Display auf, da ein zusätzlicher Grafikprozessor ins Herz des leichten Gehäuses integriert wurde. Allerdings darf der Kunde bei einem Preis von 529 Euro auch eine derart hohe Qualität erwarten. Während beim "X" eher Businesskunden schnell zugreifen werden, warten Jugendliche - sie mögen noch so viel Geld in die Kommunikation stecken - meist auf den Zeitpunkt, zu dem sie ein neues Handy günstig erwerben können. Dann wird eifrig in neue Spielereien investiert.

Lag der geschätzte Umsatz im Segment der Handyspiele beispielsweise vor zwei Jahren bei rund 0,3 Milliarden Dollar und im Vorjahr bei etwa 1,25 Milliarden Dollar, so prognostiziert man für 2004 etwas mehr als den doppelten Gewinn. Oliver Samwer bringt es auf den Punkt: "Der Markt explodiert." Doch welche Anwendungen sich neben dem Download von Spielen in den nächsten Jahren durchsetzen, wird noch abzuwarten sein. Die Konkurrenz für Nintendos GBA leugnet indes auch Jamba!, denn das sei immer noch ein Produkt für Hardcoregamer, und der Casual Player mache 80 Prozent aller jugendlichen Konsumenten aus.

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Jumpgate Signs Publishing Agreement With Daedalic for New Strategy Game
Carsten Fichtelmann, CEO of Daedalic Entertainment GmbH / Patrick Streppel, Founder and CEO, gameXcite GmbH and Chief Product Officer, Jumpgate AB © Daedalic / Jumpgate

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By Marcel Kleffmann 2 min read
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