Die Mobile-Gaming-Branche ist sich einig: Handyspiele greifen ab 2006 die konventionellen, mobilen Handhelds wie Sonys PSP an und schnappen ihnen Marktanteile weg.

Auf dem Reuters Technology Summit diskutierten die Drahtzieher der Mobile-Gaming-Branche über die Zukunftsaussichten ihres Businessbereichs. Manager von Electronics Arts, Walt Disney, Sorrent und In-Fusio waren sich in vielen Punkten einig: allen voran in der Prognose, dass ab Ende 2006 der Markt für konventionelle Spielehandhelds die starke Konkurrenz durch Handygames zu spüren bekommen wird.

Auch wenn tragbare Videokonsolen wie der Nintendo DS oder Sonys PSP derzeit technisch weit überlegen seien, so werden über kurz oder lang diese Unterschiede ausgeglichen sein, hieß es von Seiten der Summit-Teilnehmer. "Wir sind der Ansicht, wenn wir diesen Pfad weiter verfolgen, dann haben wir Ende 2006, Anfang 2007 Geräte, die annährend an die Qualität einer PSP herankommen", sagte John Batter, General Manager EA Mobile. Der Konsument werde in Zukunft wohl nur ein Gerät mit dabei haben, sein Handy, mit dem er hervorragend Spielen, Fotografieren, Musikhören und Telefonieren kann, zeigte sich das Panel überzeugt. Gilles Raymond, Co-CEO In-Fusio, wagte gar eine Prognose zum Wachstum des Handygame-Markts: Nach einem weltweiten Umsatz von rund 1,6 Mrd. Euro 2004, rechnet er mit einem Wachstum von 75 Prozent 2005 und 60 Prozent 2006.

Raymond weist jedoch darauf hin, dass nur, wenn sich kleinere Unternehmen zusammenschließen, dieses Wachstum auch sinnvoll genutzt werden kann. Damit sprach er den anderen Anwesenden scheinbar aus der Seele, denn Konsolidierung halten die meisten für unumgänglich, um mit Handygames den vorhergesagten Durchbruch zu erlangen. Die Portierung sei dabei das Problem und stelle die größte Barriere für den Einstieg ins Massengeschäft dar, erklärte Raymond. Zurzeit müssen die Spiele für sämtliche 150 Handymodelle angepasst werden, was bei einem Preis von tausend bis zweitausend US-Dollar pro Portierung stark ins Geld geht. Durch Zusammenschlüsse und neue Technologieplattformen könnten diese Probleme reduziert werden.

Wenn schließlich noch die Netzbetreiber mit am selben Strang ziehen, sieht das Experten-Panel eine rosige Zukunft für Handyspiele voraus - mit Umsatzrenditen von 20 bis 30 Prozent.

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