Harvard-Wissenschaftlerin kritisiert Spieleratings
Mit der Veröffentlichung einer Studie haben Wissenschaftler der renommierten Harvard Universität das US-Ratingsystem für Videospiele kritisiert.
Volle Breitseite hat die US-Videospieleindustrie von einer Harvard-Wissenschaftlerin abgekriegt. In einem Artikel für "Journal of the American Medical Association" hat Kimberly M. Thompson die Ergebnisse einer Erhebung veröffentlicht, die sie zusammen mit einem Studenten der Universität durchgeführt hat. Getestet wurde eine repräsentative Stichprobe von Spielen, die mit einem "E" (für "Everyone") gekennzeichnet waren. Das entspricht der Altersempfehlung "Geeignet ab sechs Jahren". Das Ergebnis: In 60 Prozent aller getesteten Produkte wurde der Spieler für das Verletzen eines Charakters belohnt. Da auch im Verpackungstext nicht auf gewalttätige Handlungen hingewiesen wurde, folgerte Thompson, dass das Ratingsystem die Eltern unzureichend informiere. Erst im vergangenen Jahr hatte Thompson in einer Studie die US-Alterskennzeichnung für Filme kritisiert. Auch damals hatte sie festgestellt, dass Filme mit einem "G"-Rating (für "General Audience","ohne Altersbeschränkung") Gewalt, aber auch Alkoholk- und Tabakkonsum sowie Drogenmissbrauch zeigten.