Haste das Vista, Baby?
Seit kurzem ist Windows Vista auch für Privatanwender erhältlich. Wir waren beim offiziellen Launch in München, erklären die neuen Funktionen und geben einen Ausblick auf kommende Direct X10 Highlights.
Microsoft hat mit Vista keine Revolution geplant, sondern XP an wichtigen Stellen nachgebessert. Im Grunde konzentrieren sich die Redmonder auf drei Bereiche: Oberfläche, Sicherheit und Komfort. Wenn man das erste Mal Vista bootet, fällt einem sofort die futuristisch anmutende Aero-Glass Oberfläche auf.
Eine relativ leistungsstarke Grafikkarte mit 128 oder optimal 256 Mbyte Grafikspeicher und Direct X9 Support vorausgesetzt, zeigen sich transparente Fenster und stylishe Bedienelemente. Nette Bedienungs-Features inklusive: So kann man sich jetzt mehrere geöffnete Fenster in einem virtuellen Stapel anzeigen lassen und diesen per Mausrad durchscrollen. Besonders nützlich, wenn man ein Bild oder Dokument in vielen geöffneten Fenstern finden will.
Mehr als ein Betriebssystem
Ein weiterer Blickfang ist die neue individualisierbare Sidebar in Vista. Sie dient als Umgebung für kleine Programme (Gadgets), mit denen man eine Weltuhr anzeigen, die CPU-Temperatur im Blick behalten oder RSS-Feeds abonnieren kann.
"Früher sollte ein Betriebssystem in erster Line effizient sein. Heute wollen wir auch Spaß damit haben, in unserer Freizeit Games und Multimedia am PC genießen und wir denken, dass wir nun die ideale Kombination aus Arbeitssystem, multimedialer Welt und Digital Lifestyle geschaffen haben", erklärte ein Sprecher von Microsoft beim Launch in München.
Innovation hat ihren Preis
Ein echtes Manko ist allerdings der doch sehr hoch angesetzte Preis: Wer in den Genuss des Media-Centers kommen möchte, welches wir schon aus der speziellen Edition von XP kennen und fortan seinen PC im edlen Aero-Design booten möchte, muss bereits für die Home-Basic-Vollversion von Windows Vista 260 Euro zahlen. Das Vista-Flagschiff Ultimate, welches die Funktionen aller Editionen vereint und somit auch die neuen Security-Features von Vista Business bereithält, kostet bis zu stattliche 549 Euro.
Weiterhin müssen Spieler, die noch nicht Tausende in topaktuelle Hardware investiert haben, mit Einbußen bei der Gaming Performance und sogar manchen Kompatibilitätsproblemen rechnen. Von zehn von uns getesteten und unter Vista installierten Titeln verweigerten immerhin drei den Dienst: Merkwürdigerweise beschwert sich dabei "Caesar 4" über eine inkompatible Direct X Version, "FIFA 07" bockte, weil angeblich das falsche Betriebssystem genutzt wurde und "Gothic 2" sowie sein Nachfolger "Gothic 3" froren gar bei der Installation ein.
Gamer müssen wohl bald...
Allerdings arbeiten die Publisher bereits an einer Lösung der Kompatibilitäts-Konflikte. Anhänger von Spielen wie "Battlefield 2", "Just Cause", "Half-Life 2" oder "Anno 1701" können hingegen beruhigt zu Vista greifen. Aber seien wir mal realistisch: "Crysis", "Alan Wake" sowie alle weiteren anrollenden Direct X10 Kracher - als PC-Gamer kommt man am Kauf auf Dauer wohl sowieso nicht vorbei.
Ob's allerdings sofort sein muss, ist dennoch fraglich. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass alle brandneuen Betriebssysteme aus dem Hause Microsoft eines gemeinsam hatten: Eine gewisse Reifezeit hat ihnen noch nie geschadet.
Fazit: Auch, wenn der optische Eindruck natürlich immer vom eigenen Geschmack abhängt: Vista sieht schlicht viel besser aus als XP. Außerdem ergänzen sich viele Feinheiten in Sachen Sicherheit, Komfort und Individualisierbarkeit zu einem runden Gesamtpaket.
GamerTraum Direct X10
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