HDE beklagt Einfallsreichtum der Kartenorganisationen
Durch die gesetzliche Deckelung der Interbankenentgelte sollten die Kosten für Händler und damit letztlich die Verbraucher für das Bezahlen per Karte sinken. Laut HDE werden Händler nun durch andere Gebühren zur Kasse gebeten.
Die Idee ist einfach und gut: Durch eine Deckelung der Interbankenentgelte soll die Bezahlmethode per Kredit- oder EC-Karte für Händler billiger werden, so dass diese den Vorteil letztlich an die Kunden weitergeben können. Eine entsprechende Verordnung ist seit Dezember 2015 in Kraft. Doch offenbar verfehlt sie ihre Wirkung, zumindest teilweise. Dies beklagt zumindest der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels, der HDE.
Laut HDE würden vor allem kleinere Händler eine Entlastung spüren, was erfreulich ist. Größere Handelsunternehmen jedoch hätten auf Grund ihrer Volumen schon vorher bessere Konditionen aushandeln können, so dass die Deckellung weit weniger ins Gewicht fällt. Gleichzeitig würden sich aber die Kartenorganisatoren immer wieder neue, nicht regulierte Gebühren einfallen lassen.
"In einigen Fällen hat der Anstieg dieser Nebenkosten den Rückgang der Interbankenentgelte inzwischen aufgezehrt. Dabei erhöhen die Kreditkartenorganisationen nicht nur bestehende Gebühren, sondern lassen sich immer neue Entgelte einfallen", so HDE-Experte Ulrich Binnebößel. Jeder Einzelprozess habe inzwischen eine eigene Gebühr: So gebe es beispielsweise Authorization Fees, Innovation Funds, Acceptance Development Fees, Assessment Fees, Card Fees, Volume Fees, Clearing and Settlement Fees, File Transmission Fees und viele mehr. "Es entsteht der Eindruck, dass durch diese Politik der Nebengebühren der gesetzlich erzwungene Rückgang der Interbankenentgelte kompensiert werden soll", sagt Binnebößel.