Herausforderung für Auto-Enthusiasten
Mit "Enthusia - Professional Racing" will Konami den Klassenprimus in Puncto Realität "Gran Turismo" vom Renn-Thron stossen.
Wenn es um möglichst realitätsnahe Rennsimulationen geht, überragt seit vielen Jahren eine Serie das Genre: "Gran Turismo" von Polyphonie Digital. Konami will sich jetzt der nicht gerade kleinen Herausforderung stellen, dies zu ändern.
Mit "Enthusia" steigt der japanische Hersteller in den Rennspielmarkt ein und betritt damit neues, für ihn noch ungewohntes Terrain. Und wohl deshalb haben die Verantwortlichen Manabu Akita als Designer und Producer an Bord geholt und ihm satte drei Jahre Zeit für die Entwicklung eingeräumt.
Hartes Gelände für Publisher
Akita, der sein Können im Bereich Rennspiel-Entwicklung unter anderem schon am dritten Teil der "Ridge Racer"-Reihe unter Beweis stellte, ist Rennsport-begeistert. Als Berater war er im Team Goh, als dieses das prestigeträchtige 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewann. Für das Spiel sammelte er dort zudem wertvolles Datenmaterial.
Doch das allein macht "Enthusia" noch nicht zu einem ernsthaften Herausforderer einer erfolgreichen Rennserie wie "Gran Turismo". Die bestens bediente Gemeinschaft der Rennspielfans überzeugt man nur durch Alleinstellungsmerkmale.
Die Schwerkraft schlägt zurück
Akitas Innovationsdrang zeigt sich bei "Enthusia" dann auch vor allem in zwei Punkten: dem so genannten Visual Gravity System (VGS) und dem "Enthusia Life"-Spielmodus.
Das VGS bereitet die bislang für Spieler nicht wahrnehmbaren, aber bei Rennen vorherrschenden Gravitationskräfte optisch auf. Ausgestattet mit dieser zusätzlichen Information, können Gamer mit ein wenig Übung die Boliden noch härter ans Limit des Möglichen pushen.
Der "Enthusia Life"-Modus wiederum ist weit mehr als ein üblicher Karrieremodus. Durch verschiedene Bewertungssysteme wird der Spieler aufgefordert, die Balance zwischen halsbrecherischen Fahrmanövern und kontrolliertem Racing auf der Ideallinie zu halten. Nur so lässt sich auf Dauer die Qualifizierung für die nächsten Rennen und das Vorarbeiten auf Rang eins der Fahrerwertung erreichen.
Kampf um den Renn-Thron
Neben diesen beiden Besonderheiten bietet "Enthusia" auch sonst alles, was ein gutes Rennspiel auszeichnet. Massenhaft lizenzierte Automodelle von über 40 Herstellern aus der ganzen Welt und abwechslungsreiche Strecken inklusive einer zufallsgenerierten Rennpiste durch die Wüste.
Ob das jedoch ausreicht, um "Gran Turismo" aus dem Stand Paroli zu bieten, ist fraglich. Zumal "Enthusia" erst nach der neuesten Auflage der bekannten Serie erscheinen wird.
Trotzdem: "Enthusia" dürfte es gelingen, eine eigene Fangemeinde aufzubauen und so den Grundstein für den Erfolg künftiger Neuauflagen zu legen. Und an denen wird bereits gearbeitet, wenn im 2. Quartal "Enthusia" in den Handel kommt.
Nachgefragt bei Manabu Akita
» Welche Vorteile hat "Enthusia" gegenüber "Gran Turismo 4"?
MANABU AKITA: Wir haben "Enthusia" nicht primär entwickelt, um mit anderen Rennspielen zu konkurrieren. Wir wollten etwas Neues im Bereich Rennspiele erschaffen und die Realitätsnähe der Fahrphysik weiter steigern.
» Ein zentraler Punkt ist das VGS. Warum haben Sie an einem solchen System gearbeitet?
Bei einem Rennspiel erhält der Spieler normalerweise sehr limitierte Informationen. Wir sind der Meinung, dass es wichtig ist, dem Spieler über eine neue Art visuelles Interface mehr Informationen bereitzustellen.
» Wie kamen Sie gerade auf das VGS?
Viele Kräfte, die beim Autofahren wirken, sind für den Fahrer unsichtbar und werden nur durch das tatsächliche Fahren wahrnehmbar. Es ist deshalb auch sehr schwer, diese Kräfte in einem Videospiel darzustellen. Mit dem VGS wollen wir genau dies erreichen und dem Spieler so zusätzliche Informationen anbieten, wie die Gravitationskräfte beim Fahren wirken.
» Wie nahe an der Realität ist "Enthusia"?
Wenn Sie das Spiel mit regulärem Set-Up spielen, entspricht das Verhalten der Autos zu 100 Prozent dem Verhalten in der Realität. Durch verschiedene Einstellungen, beispielsweise durch Traktionskontrolle, lässt sich das Verhalten der Autos im Spiel jedoch beeinflussen.
» Warum hat "Enthusia" keine Online-Unterstützung?
Zu Beginn der Entwicklung haben wir über einen Onlinemodus und darüber, wie dieser umgesetzt werden kann, nachgedacht. Wir sind jedoch überzeugt, dass der "Enthusia Life Mode" und der "Driving Revolution Mode" ausreichend Content beinhalten und für lange Zeit zum Spielen motivieren. Aus diesem Grund haben wir in diese Version keine Onlinefeatures integriert.