Hirai löst Kutaragi ab
Ken Kutaragi, der "Vater der PlayStation", tritt Mitte Juni von seinen Posten bei Sony Computer Entertainment (SCE), der Spieledivision des Sony-Konzerns, zurück. Seine Nachfolge tritt Kazuo Hirai an, der nach mehrjähriger Leitung der US-Division erst im November 2006 in die Konzernzentrale zurückgekehrt war.
Die Ära Ken Kutaragis bei Sony nähert sich ihrem Ende. Der geistige Vater der PlayStation wird zum 19. Juni, dem Tag der jährlichen Hauptversammlung des Sony-Konzerns, von all seinen Management-Posten bei Sony Computer Entertainment (SCE) zurücktreten. Derzeit begleitet Kutaragi noch die Positionen Representative Director, Chairman und Group-CEO von SCE. Dem Konzern und seinem Chef Sir Howard Stringer soll Kutaragi auch künftig als Senior Technology Advisor beratend zur Seite stehen.
Kutaragis Nachfolger an der Spitze der Spieledivision von Sony wird Kazuo Hirai. Für Hirai bedeutet dies ein erneuter Aufstieg binnen weniger Monate: Er war erst im November 2006 zum President und Group COO der weltweiten Dachorganisation von SCE ernannt worden. Davor verdiente sich Hirai als CEO & President der amerikanischen SCE-Division seine Sporen.
Über die Hintergründe des Wachwechsels an der Spitze der Spieledivision kann nur spekuliert werden. Kutaragi verlässt den Konzern unmittelbar nach dem Launch der PS3 in allen drei wichtigen Key-Territorien und damit in einer Phase, in der die Spielesparte aufgrund der Hardware-Subventionen und der vorangegangenen Entwicklungskosten traditionell rote Zahlen schreibt. Für eine fundierte Beurteilung des PS3-Starts wäre es also zu früh, ein Zusammenhang mit dem Konsolenstart ist unwahrscheinlich.
Wahrscheinlicher ist hingegen, dass Kutaragi sich neuen Aufgaben widmen will, nachdem er mit der Original-PlayStation, der PS2 und PS3 sowie der PSP insgesamt vier Konsolenstarts gemanagt hat. So sagte Kutaragi in seinem Abschiedsstatement: "Es war eine aufregende Erfahrung die Welt der Computerunterhaltung durch die Vermählung von wegbereitender Technologie mit Kreativität aus der ganzen Welt zu verändern. Ich freue mich auf dieser Vision bei meinen Bemühungen aufzubauen."
Ken Kutaragi gilt nicht nur als geistiger Vater der PlayStation, sondern wurde einst auch als möglicher Konzern-Chef gehandelt. Damals setzte sich jedoch Sir Howard Stringer als erster Nichtjapaner gegen Kutaragi durch. Analysten führten dies unter anderem auf Kutaragis technologielastigen Background zurück, der Stringers größere Managementerfahrung nicht habe aufwiegen können. Kutaragi galt außerdem als Mann der offenen Worte, der sich nicht scheute, Konzernentscheidungen öffentlich zu kritisieren. Auch dies trug nach Meinung vieler Analysten damals zur Entscheidung für Stringer bei.