HP-Chef Hurd erwartet Konsolidierungswelle
Hewlett-Packard-CEO Mark Hurd sucht die Konfrontation mit Dell. Aus der zu erwartenden Marktkonsolidierung soll das Unternehmen als Gewinner hervorgehen.
Hewlett-Packard-Vorstand und CEO Mark Hurd erwartet eine größere Konsolidierungswelle im PC-Markt. Im Gespräch mit "Capital" sagte Hurd, dass der zunehmende Konkurrenzkampf zu weitere Fusionen und Akquisitionen führen werde. Und in der Tat ist substanzielles Wachstum im internationalen Hardwaremarkt ohne Zukäufe derzeit wohl schwer möglich. Selbst in ehemaligen Boomstaaten wie Taiwan oder Südkorea ist die Marktsättigung hoch. Infolgedessen werde die Schere zwischen hochprofitablen und defizitären Anbietern weiter auseinandergehen.
Die internationale Marktführung werde HP "mit aller Härte" gegen Hauptkonkurrent Dell verteidigen, zeigte sich Hurd kampflustig. Als problematisch erachtet der Manager allerdings den derzeitigen Konkurrenzdruck, den auch HP zu spüren bekommt. Der Preisverfall führte in den Bereichen Desktops und Notebooks zu einem Margeneinbruch. Nahezu um 50 Prozent sanken die Endverbraucherpreise über die vergangenen Jahre. Weniger etablierten Anbietern bliebe hierdurch fast kein Spielraum.
Für das eigene Unternehmen erwartet Hurd den Schwierigkeiten zum Trotz ein deutliches Plus - Notebooks und Multimedia-PCs spielen hierbei eine tragende Rolle. Besondere Anstrengungen müssten bei Multimedia-PCs unternommen werden, um sich gegen Wettbewerber wie Apple und Sony zu wappnen. Hurd hat dabei das Schlagwort vom multimedialen Wohnzimmer als richtungsweisend endeckt. Um aber in neue Lebensbereiche vorzustoßen, müssten die Produkte nicht nur ansprechend aussehen, sondern zudem auch leicht zu bedienen sein.
Und noch ein weiteres Thema setzte Hurd auf die Agenda. Die Hardwareindustrie nutze derzeit das Energiesparpotenzial nicht aus. Zahlreiche Möglichkeiten, den Stromverbrauch trotz höherer Leistung zu begrenzen, hat der HP-CEO ausgemacht. Freilich nicht ganz uneigennützig. Bleibt das Thema Klimawandel aktuell wie derzeit, könnte eine gute Energieeffizienz beim kritischen Verbraucher den Ausschlag geben. Im Auge hat Hurd aber auch die Unternehmenskunden. Serversysteme mit besonders effizienter Kühlung könnten einem Unternehmen bis zu einer Mio. Dollar Ersparnis einbringen. Der Austausch von veralteten Röhren- durch moderne LCD-Monitore würde den Energieverbrauch um 75 Prozent reduzieren. Insgesamt beziffert Hurd das Einsparungspotenzial durch moderne Systeme auf bis zu 650 Kilowattstunden pro PC-Arbeitsplatz und Jahr.