Im Gespräch: Frank Roebers, Vorstand PC-Spezialist
1991 gegründet, ist PC-Spezialist heute mit insgesamt 863 Franchise- und Einkaufspartnern längst kein kleiner Player mehr im Markt. Über Entwicklung und Potenziale sprach GamesMarkt.de mit PC-Spezialist-Vorstand Frank Roebers.
GamesMarkt.de: Wie zufrieden waren Sie mit dem Geschäftsjahr 2001?
Frank Roebers: 2001 war recht erfreulich. In einem äußerst schwachen Konjunktur- und Marktumfeld steigerte PC-Spezialist in den ersten neun Monaten den Konzernüberschuss um 32 Prozent auf 1,92 Mio. Euro. Die positive Entwicklung war auch bei unseren Partnern zu erkennen. Während der deutsche PC-Markt im 3. Quartal um 14,2 Prozent rückläufig war und die meisten IT-Filialsysteme starke Umsatzeinbrüche verbuchten, steigerten unsere Franchisenehmer ihre Umsätze flächenbereinigt um fünf Prozent bei einer konstanten Handelsspanne.
"Über die 1000- Partner-Schwelle"
GM: Welche Erwartungen haben Sie jetzt an 2002?
Roebers: Wir wollen unsere Marktposition weiter ausbauen und schnellstmöglich über die "1000-Partner-Schwelle" kommen. Langfristiges Ziel ist es, durch Gewinnung neuer Franchisenehmer und Microtrend-Partner europaweit das größte und kraftvollste Kooperationssystem im IT-Markt zu werden.
GM: Wie viele Filialen hat PC Spezialist in Deutschland und Österreich?
Roebers: 134 Stores gehörten zum 30. September 2001 der Marke PC-Spezialist in Deutschland, Österreich und Luxemburg an. Die Einkaufskooperation Microtrend hat zum gleichen Zeitpunkt 729 unabhängige Fachhändler vereint.
GM: Welche Rolle spielt dabei der österreichische Markt, besonders in Hinblick auf die kürzlich vollzogene Rezentralisierung nach Deutschland?
Roebers: Im Jahr 2000 begann mit der Übernahme des österreichischen IT-Franchisers EDV Vertriebs Gemeinschaft Handels GmbH "Computerhaus" unsere europäische Expansion. Der Einstieg in den österreichischen Markt war für uns der erste Schritt Richtung Europa. Wir wollen die Expansion in Österreich forcieren und die Qualität deutlich steigern, denn in diesem Punkt gibt es im Vergleich zu Deutschland noch akuten Nachholbedarf. Wir haben uns Ende 2001 entschieden, die Kernaufgaben wie Marketing, PR und Buchhaltung wieder zu zentralisieren, um die Qualität der Arbeit zu erhöhen. In Wien verbleibt die Franchisebetreuung und Akquise für Österreich.
GM: Gibt es weitere Expansionspläne ins Ausland?
Roebers: Der Schwerpunkt wird in nächster Zeit weiterhin in Deutschland sein. Parallel wird ein dynamisches Wachstum in Europa vorbereitet. Nach der erfolgreichen Integration der österreichischen Tochtergesellschaft in 2000 soll 2002 ein weiteres europäisches Land mit Franchisenehmern besetzt werden. Schritt für Schritt werden danach in weiteren europäischen Ländern die Grundsteine für das internationale Wachstum der Marken PC-Spezialist und Microtrend geschaffen. Sollten diese Marken in Deutschland in vier Jahren an die Wachstumsgrenzen geraten, wird sich der Schwerpunkt der Tätigkeiten des Konzerns auf das europäische Wachstum verlagern. Der Gewinn der AG soll zudem um rund 50 Prozent steigen.
GM: Welche Kriterien muss ein Franchisenehmer erfüllen, um für PC-Spezialist in Frage zu kommen?
Roebers: Ein hoher persönlicher Arbeitseinsatz, in den ersten zwei Jahren täglich über zwölf Stunden, ist ebenso entscheidend wie die Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung. PC-Spezialist setzt sich auch in diesem Punkt erfolgreich von Filialketten ab. Denn gerade durch den inhabergeführten Betrieb ist der Kundenservice und das Management professioneller und erfolgreicher. Unsere Partner müssen sich zu 100 Prozent ihrer Tätigkeit als PC-Spezialist Franchisenehmer widmen, nebenberufliche Tätigkeiten sind für sie somit ausgeschlossen. Des Weiteren erwarten wir von Interessenten Mobilität in Bezug auf ihre Standortwahl.
GM: Welchen Umsatz- und Flächenanteil nehmen in Ihren Filialen die Bereiche Software, Spielezubehör sowie DVD ein?
Roebers: Genaue Zahlen können wir an dieser Stelle leider nicht nennen, aber der Wert dürfte sich im zweistelligen Prozentbereich bewegen.
GM: Vielleicht einen groben Trend?
Roebers: Aufgrund steigender Nutzerzahlen und wachsenden Interesses an PCs und allem, was damit zu tun hat, wachsen die Bereiche insgesamt. Dies sieht man bei den Umsätzen unserer Partner. Allerdings liegt die Hardware noch deutlich vor der Software.
GM: Beziehen Sie Games direkt über die Anbieter oder über einen Großhändler?
Roebers: Wir haben bereits beide Wege eingeschlagen. Dies kommt immer auf den Verhandlungsstand und die Möglichkeit der Lieferungen an. Die Stärke von PC-Spezialist ist der Verzicht auf eigene Lager und somit entfallende Lagerkosten und -risiken. Unsere Partner bestellen just in time, was sie benötigen, und greifen dabei sowohl auf Großhändler als auch auf die Anbieter zurück.
GM: Herr Roebers, wir danken für das Gespräch.