Im Gespräch: Manfred Gerdes, GF SCED
Ein Mehrstufenplan mit Preissenkung, Netzwerkadapter und EyeToy in Deutschland und die Ankündigung des Einstiegs in den Handheld-markt auf der E3 - Sony gibt Gas im Spielemarkt. GamesMarkt.de sprach mit Manfred Gerdes, Geschäftsführer Sony Computer Entertainment Deutschland, über das aktuelle Neuheitenfeuerwerk.
GamesMarkt: Was waren die Ziele der kürzlichen Preissenkung, die ja Teil eines Mehrstufenplans ist?
Manfred Gerdes: Eindeutige Absatzsteigerungen, wie wir sie ja auch sehr deutlich in den zurückliegenden Wochen erzielt haben. Natürlich auch eine klare Preisaussage gegenüber dem Konsumenten, der zwar schon bisher durch Bundleangebote auf die Preismarke kam, jetzt aber auch über den Preis einen neuen Kaufimpuls erhalten soll.
GM: Wie hat sich der Preis auf den Durchverkauf ausgewirkt?
Gerdes: Gleich in den ersten drei Tagen nach der Preisreduzierung konnten wir einen Absatzanstieg von ca. 30 Prozent verbuchen und in der Folgewoche sogar mehr als verdoppeln!GM: Stufe 2 des Vermarktungsplans betrifft den Launch des Netzwerkadapters. Wann und in welcher Stückzahl wird der Netzwerkadapter in den Handel kommen?
Gerdes: Es geht hier nicht um Stückzahlen, die in den Handel gedrückt werden sollen. Es geht hier um eine flächendeckende Distribution mit der auf den individuellen Händler bezogenen Produktbevorratung. Die Grundversorgung muss stimmen, damit jeder Konsument auch umgehend Zugriff auf den Network Adaptor hat.
GM: Welche Aktionen planen Sie zum Start?
Gerdes: Die Aktionspalette ist vielfältig und wird neben klassischen Marketingmaßnahmen auch mit attraktiven Angeboten verbunden sein, die wir mit den ISPs vereinbart haben. Das Thema wird sich im ersten Schritt auf die Kernzielgruppe konzentrieren, da hier die höchste Akzeptanz zu erwarten ist und auch vom Spieleangebot her das vornehmliche Interesse liegt.
"Wir leben vom Durchverkauf"
GM: Wie wichtig ist Onlinegaming für die PS2?
Gerdes: Networkgaming ist der erste Schritt in die vernetzte Welt für PS2, wie ja bereits von uns angekündigt und nochmals auf der E3 durch Ken Kutaragi bestätigt. Wir werden bei PS2 und Produkten wie PSX und PSP nicht nur Gaming in den Vordergrund stellen. Denn wir wollen immer und überall dem Konsumenten die Möglichkeit bieten, sich unterhalten zu lassen. Entertainment ist unser Thema, und dazu gehören neben Gaming auch Musik- und Filminhalte.
GM: Stufe 3 des Vermarktungsplans ist die Einführung von EyeToy. Wie beurteilen Sie die Chancen von EyeToy?
Gerdes: Wenn ich die bisherige Resonanz betrachte, dann haben wir sicherlich sehr gute Chancen. EyeToy ist ein außergewöhnliches Produkt, zudem sehr einfach zu spielen. Das wird sicherlich auch die Hemmschwelle zum Gaming im Allgemeinen verringern, da man nicht viel wissen muss und die Spiele sehr unterhaltsam sind.
GM: Können Sie bereits Fakten zum EyeToy-Start, wie z. B. Shipmentzahlen, nennen?
Gerdes: Schon wieder das Thema Shipment! Durchverkauf heißt das Stichwort, und nicht Reinverkauf, denn wir leben alle nur von dem, was auch durchverkauft wird, und nicht davon, was wir nach einigen Monaten noch an Lagerbeständen im Handel vorfinden. Der Release ist jetzt auf den 9. Juli festgelegt.
GM: Der strategische Vermarktungsplan beschert dem deutschen Markt bis zur 2. GC kontinuierlich Novitäten. Wie wird sich das auf Nachfrage und Absatz der PS2 auswirken?
Gerdes: Wir gehen davon aus, dass wir mit diesen Aktivitäten nicht nur unsere Marktanteile halten können, wir wollen auch die absolute Nummer eins im Markt bleiben. Deshalb können wir uns nicht ausruhen, Marketingaktivitäten reduzieren oder bis zur GC abwarten. Wir müssen dem Konsumenten immer wieder neue Kaufimpulse geben, damit er die Hardware kauft und anschließend durch die Software viel Freude am Gaming hat!
GM: Auf der E3 hat SCE den PlayStation Portable (PSP) vorgestellt, der für 2004 geplant ist. Wird der Start weltweit synchron erfolgen, oder ist eine stufenweise Einführung geplant?
Gerdes: Diese Frage werden wir heute noch nicht kommentieren. Wir müssen uns zunächst auf dieses Jahr konzentrieren, und da hat die gesamte Branche noch viel vor sich, denn die Tagesthemen sind im Augenblick wichtiger und bedürfen einer Lösung. Anschließend können wir uns sicherlich mit neuen Produkten und deren Markteinführung beschäftigen.
GM: Im Handheldmarkt wird es bei der PSP-Einführung bereits zwei namhafte Player geben: Nintendo und Nokia Unterhaltungselektronik). Wie beurteilen Sie die Konkurrenzsituation und die Chancen für ein PlayStation-gebrandetes Gerät?
Gerdes: Mit der PlayStation sind wir ja auch erst spät in den Markt eingestiegen. Aus diesem Grund haben wir eine hohe Erwartungshaltung, die nicht nur am Branding liegt. Mit der Hardware allein kommt keine erfolgreiche Vermarktung. Die Konzepte müssen auf die Bedürfnisse der Konsumenten treffen, und es muss möglichst viel und qualitativ hochwertige Software zur Verfügen stehen. Dann ist auch eine erfolgreiche Vermarktung möglich!