Im Gespräch: Stephan Brechtmann, VL Microsoft
Die Xbox-Offensive hat Auswirkungen auf die Salesausrichtung. Stephan Brechtmann, Vertriebsleiter Microsoft, erläutert im Gespräch mit GamesMarkt.de, welche.
GamesMarkt.de: Neben dem Direktgeschäft hat sich Microsoft bei der Vermarktung der Xbox auf exklusive Distributionspartner festgelegt. Ist die Rechnung aufgegangen?
Stephan Brechtmann: Die Zusammenarbeit mit den Firmen NBG und Hoffmann Interaktiv hat sich sehr bewährt. Beide Partner decken ihre Stammbereiche sehr kompetent ab, die Kooperation im Rahmen gemeinsamer Auftritte wie auf der Spielwarenmesse Nürnberg oder der GC - Games Convention in Leipzig klappt vorbildlich.
Neuausrichtung stärkt Xbox
GM: Microsoft startet jetzt eine große Marketingoffensive für die Xbox. Wie sieht die Salesausrichtung hierbei aus. Welche Ziele verfolgen Sie?
Brechtmann: Wichtig für den Salesbereich ist die enge Verzahnung der Marketingmaßnahmen mit Point of Sales-Auftritten. So werden die in TV/Print beworbenen Maßnahmen Ihren Niederschlag in den zahlreichen Instore-Promotionaktivitäten finden. Dabei gilt es zu betonen, dass nicht ausschließlich auf Microsoft-eigene Aktivitäten abgestellt wird, sondern verstärkt die Zusammenarbeit mit 3rd Party-Publishern gesucht wird. Hierbei stellen die jeweils aktuellen Toptitel den Mittelpunkt der Maßnahme dar, um die sich die Aktivitäten der Xbox-Konsole gruppieren. Darüber hinaus findet eine enge Zusammenarbeit im Rahmen gemeinsamer Printauftritte in den Handelsmedien statt. Dabei wird sowohl dem zum Weihnachtsgeschäft vorhandenen großen Portfolio an Xbox-Titeln Rechnung getragen als auch plattformtreibende Titel in den Vordergrund gestellt.
GM: Wie sieht die vertriebliche Umsetzung des Marketingkonzepts aus?
Brechtmann: Vertrieblich abgesichert und umgesetzt werden die Maßnahmen sowohl durch den exklusiv für Microsoft arbeitenden Außendienst der Agentur C-House als auch durch die Agentur MuchMore. Insbesondere durch die Zusammenarbeit mit MuchMore wurde das Feedback des Handels auf bisherige Aktionen berücksichtigt, so dass ich fest davon überzeugt bin, an die Erfordernisse des Outlets angepasste Aktionen anzubieten. Gerade die aktuell stattfinden-den "Trainingsveranstaltungen" an "coolen" Szenelokalitäten finden eine sehr positive Resonanz bei den Teilnehmern, die uns in der Richtigkeit unseres Vorgehens bestätigen.
GM: Wie sieht die Zusammenarbeit mit dem Handel hinsichtlich der Durchvermarktung der Themen aus? Gibt es individualisierte, auf spezielle Handelspartner zugeschnittene Konzepte?
Brechtmann: Wie schon vorher erwähnt, ist die Verzahnung der Marketingmaßnahmen mit den Vertriebsaktivitäten der zentrale Punkt in der Xbox-Vermarktungsstrategie. In gewissem Rahmen sind auf Handelspartner zugeschnittene Aktionen sicherlich möglich, grundsätzlich wird aber die Vermittlung der zentralen Marketingbotschaften mit dem Handelspartner in den Vordergrund gestellt.
GM: Wie schaut es mit der Erschließung so genannter Non-Traditional-Outlets aus?
Brechtmann: Wie von uns auch vor dem Launch eingeschätzt, bilden die Märkte aus der Consumer Electronic das Rückgrat unseres Geschäfts. Umso erfreulicher ist für uns die Tatsache, dass wir in Bereichen, in denen wir vorher traditionell kaum Geschäftsbeziehungen pflegten, darunter Versender und Spielwarenabteilungen, nicht nur Fuß gefasst haben, sondern mit dem Ergebnis bei einigen Handelspartnern auch außerordentlich zufrieden sind. Klar ist aber auch, dass nach der relativ kurzen Zeit nach Launch Handelsbeziehungen vertieft oder sogar noch aufgebaut werden können.
GM: Wie sieht Ihre aktuelle Handelsstruktur aus?
Brechtmann: Die Märkte der Consumer Electronic sind das Standbein für unser Geschäft. Hier gilt es aber, das Weihnachtsgeschäft abzuwarten. Erfahrungsgemäß erzielen Bereiche wie SB-Warenhaus, Spielware oder die Versender teilweise hohe Anteile in dieser Phase des Jahres. Wie sich diese auf die Anteilsstruktur der Umsätze auswirken, werden wir in den nächsten Wochen sehen.
GM: Im Weihnachtsgeschäft werden sehr viele qualitativ hochwertige Titel erscheinen, die alle einen möglichst großen Flächenanteil im Handel anstreben. Verschärft sich der Wettbewerb? Wie setzen Sie sich da durch?
Brechtmann: Ein verschärfter Wettbewerb besteht momentan ohnehin. Wenn zudem noch viele gute Titel erscheinen, bedeutet das, dass auch die Industrie verstärkte Anstrengungen unternehmen muss, um in dieser Phase zu bestehen. Das sehe ich sehr positiv, weil durch diesen, auf allen Beteiligten lastenden Druck Ideen und Maßnahmen entwickelt werden, die sich nur positiv auf das Gesamtgeschäft auswirken können. Was die Durchsetzung betrifft: Unsere Ansprechpartner im Handel schätze ich als kompetente Entscheider, die wissen, was für ihr Geschäft richtig ist und was nicht.