Im Kampfe vereint
"Operation Flashpoint", einer der größten Meilensteine in der noch recht jungen Taktikshooter-Geschichte, erhält mit "Armed Assault" einen inoffiziellen Nachfolger.
Höchster Realismus wird von einer Simulation gefordert, wenn junge Army-Aspiranten im virtuellen Kampflager trainieren sollen. Bohemia Interactives "Armed Assault" reicht nicht nur optisch an dieses Ziel heran, auch die Mechanik und das Gefühl, das sich beim Spieler einstellt, will die hohen Ansprüche erfüllen.
Natürlich stehen die Multiplayermodi für die Fangemeinde, die sich größtenteils aus "Operation Flashpoint"-Kundigen rekrutiert, im Mittelpunkt. Aber auch Solokämpfer und Anfänger sollen mit der Singleplayer-Kampagne bestens unterhalten werden.
Virtueller Problemlöser
So haben die Macher eine authentische Story konzipiert und schicken den Gamer in ein riesiges Terrain: Als Teil eines US-Kontingents auf der Insel Sahrani stationiert, greift der Spieler in den Konflikt zwischen zwei verfeindeten Parteien ein. Der kommunistische Norden startet eine Invasion gegen den Süden, dessen Regierungsform eine parlamentarische Monarchie ist.
So simpel die Aufgabenstellung klingt, eine Armee aufzubauen und die Eindringlinge zurückzuschlagen, so hart kann der Job werden. Allein die Ausmaße der Insel von 400 Quadratkilometern lassen jede Menge Freiraum für taktische Verirrungen und große Schlachten, die teils echten Militärmanövern nachempfunden sind.
Cineastisches Schlachtengetümmel
Hier zeigt die Grafik-Engine, was sie drauf hat. Auf einem Hügel stehend, locken die fantastische Weitsicht, der stufenlose Tag-und-Nacht-Wechsel und der Detailreichtum ins Schlachtengetümmel. Wenn weit entfernt Bomben detonieren, die Kameraden durch das wogende Gras robben, Helikopter über den Köpfen schweben und modernste Kriegsvehikel die Nachhut bilden, werden heimische Hobbysoldaten von der Atmosphäre schlicht aufgesogen.
Ist die Solokampagne erfolgreich absolviert, steht den Gefechten per LAN und Internet nichts mehr im Weg. Jetzt sollte der Rekrut bereits gut genug trainiert sein, um in die Massenschlachten mit echten Gegnern, die ohne KI auskommen, einzusteigen. 64 und mehr "Armed Assault"-Besitzer bekriegen sich online oder kooperieren, lediglich die Serverhardware setzt nach oben hin Grenzen.
Taktische Scharmützel
Natürlich darf wie in "Operation Flashpoint" auch dieses Mal in den zahlreichen Fahrzeugen, vom Jeep bis zum Jet, Platz genommen werden. Wie in der Solokampagne stehen im Multiplayer verschiedene Charaktere - Fußsoldat, Panzerbesatzung, Pilot - zur Wahl.
Geschicktes Wechseln zwischen den Perspektiven führt eher zum Sieg als banales Drauflosgeballer. Abwechslungsreiche Modi stellen zudem sicher, dass keine Langeweile aufkommt und die Motivationskurve nicht absinkt: von "Death Match" und "Team Death Match" über "Attack & Defend" bis hin zu dem klassischen "Capture the Flag" - Taktikfans mit Headset kommen im Mehrspielermodus sicherlich voll auf ihre Kosten.
Die ersten Gehversuche von GamesMarkt-Redakteuren auf Sahrani machten Laune, und die versprochenen Features könnten dafür sorgen, dass noch in diesem Jahr ein neuer Stern am Taktikshooter-Firnament aufgeht: Der integrierte Editor für eigene Missionen, die neue Skriptsprache, umfassende Modding-Unterstützung und die bereits vor der Veröffentlichung rege teilnehmende Community sprechen für sich.
Nachgefragt bei Markus Kurzawa, Game Designer von "Armed Assault"
» Was können Shooter-Fans vom inoffiziellen Nachfolger des erfolgreichen "Operation Flashpoint" erwarten?
Mehr Atmosphäre, mehr Realismus, mehr Möglichkeiten.
» Was macht "Armed Assault" im Vergleich zu "Battlefield 2" zum besseren Spiel?
Wir gehen mehr in Richtung Realismus. Waffen sind zum Beispiel ihrem realen Vorbild in Aussehen und Verhalten so genau wie möglich nachempfunden. Bei "Armed Assault" haben Einzelspieler- und Mehrspielermodus die gleiche Gewichtung.
» Wie groß schätzen Sie die aktive Community von "Operation Flashpoint", die sicherlich Kernzielgruppe für "Armed Assault" ist?
Die Community wächst momentan natürlich wieder stetig. Auf rund 50.000 Aktive würde ich sie schätzen. Davon basteln um die 1000 an Add-ons und Missionen.
» Was wird unternommen, um die Community-Arbeit für "Armed Assault" zu intensivieren?
Wir wollen natürlich die Community so gut es geht unterstützen. Zentraler Punkt dabei ist unsere Wiki, in der alle Informationen und Dokumentationen archiviert sind. Zusammen mit der Community versuchen wir das Nachschlagewerk für "Armed Assault" zu schaffen. Selbstverständlich gibt es außerdem noch unsere Foren, die wir sehr genau beobachten.
» Modding liegt im Trend. Was wird "Armed Assault" in dieser Richtung bieten?
Ich bin selbst ehemaliger "Flashpoint"-Modder, und damals waren die Möglichkeiten schon sehr gut. Die neue Engine ist trotzdem noch mal flexibler geworden. Viele Dinge, die zuvor im Code festgeschrieben waren, sind inzwischen frei konfigurierbar. Wir werden auch wieder die Werkzeuge zum Erstellen von Modellen zum Download freigeben. Auch die Wiki wird hier eine wichtige Rolle spielen, da sie den Einstieg ins Modden vereinfacht.