Die europaweite Versorgung mit Xbox hängt von einem ungarischen Städtchen ab. In einer seiner über 100 Produktionsanlagen weltweit fertigt hier der Microsoft-Partner Flextronics etwa 75.000 Konsolen pro Woche und verschickt diese zu den Microsoft-Niederlassungen in den PAL-Regionen.

Weltweit zählt Flextronics 70.000 Angestellte, die in 100 Produktionsstätten in 28 Ländern die verschiedensten Consumer Electronics-Produkte für nahezu alle namhaften Hersteller fertigen. Kein Wunder, dass Microsoft bereits seit 1994 auf diesen Senkrechtstarter setzt, dessen Umsatz sich von 1993 auf 2001 um den Faktor 160 erhöht hat.

Schnelle Lieferung garantiert

Die Wahl des Standorts für die europäische Xbox-Fertigungsanlage hat Flextronics reiflich überlegt getroffen. Ein Grund für den Standort im ungarischen Sárvár ist die zentrale Lage in Europa. Gibt es Lieferengpässe in den einzelnen Territorien, kann der Nachschub weit schneller erfolgen, als es bei einem Transport aus Japan - wie derzeit im Konsolenmarkt üblich- der Fall wäre.

Ein weiterer Grund ist die unmittelbarere Nachbarschaft. Im direkten Umfeld der Anlage befinden sich zahlreiche Zulieferfirmen. Auf diese Weise sind die Wege kurz, falls wider Erwarten Probleme auftauchen. Ein dritter, nicht unerheblicher Grund ist das durchweg attraktive Lohnniveau. Die Konsolen selbst werden in der Flextronics-Anlage in insgesamt 21 Einzelschritten produziert. Dazu zählen die Montage der DVD- und Festplattenhalterung genauso wie die Befestigung von Aufklebern mit Hinweisen und der Seriennummer auf dem Gehäuse. Schon während des Zusammenbaus wird die Funktionsfähigkeit einzelner Komponenten sichergestellt. Die Festplatten müssen beispielsweise erst einen Funktionstest überstehen, bevor sie in die dafür vorgesehene Halterung eingepasst werden.

Alles in allem schafft Flextronics so einen Produktionsausstoß von wöchentlich 75.000 Konsolen. Damit hält Ungarn einen Anteil von derzeit 43 Prozent an der weltweiten Xbox-Produktion. Für den Ort selbst ist Flextronics und damit die Xbox zum wohl wichtigsten Arbeitgeber avanciert. 40 Prozent aller Erwerbstätigen Sárvárs sind bei dem Unternehmen beschäftigt. Deshalb muss Flextronics nicht nur hinsichtlich der Verteilung der Xbox-Konsolen in Europa logistische Maßarbeit leisten, alle acht Stunden rollt ein Heer von Reisebussen zur oder von der Anlage und bringt so die Arbeiterinnen und Arbeiter zur Firma und wieder nach Hause.

Und eines steht schon jetzt fest: Wenn die Xbox in Europa den Erfolg hat, den Microsoft anstrebt, dann werden in Ungarn weitere Produktionsstraßen in Betrieb gehen und die Stadt Sárvár weitere Arbeitsplätze in der IT-Industrie bekommen.

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