Aus Unzufriedenheit über das Chaos bei der Bestellung von verschiedenen Artikeln für ihre Videothek gründeten Michael Hinderhauser und Andreas Serr "". Der Großhändler liefert das komplette Entertainmentsortiment für Gameshändler und Videotheken aus einer Hand.

Die Geschichte von "Medienwelt" beginnt in einer Videothek, deren Inhaber Michael Hinderhauser und Andreas Serr sind. "Es war schwierig, die Artikel zu kriegen, die man haben will, für Games und Video gab es verschiedene Ansprechpartner in unterschiedlichen Unternehmen", erklärt Serr, Geschäftsführer von "Medienwelt", die damalige Situation, die für die Partner sehr unbefriedigend war. So entschlossen sich Serr und Hinderhauser 1993, eine eigene Firma zu gründen, die allen Anforderungen entspricht. "Unser Ziel war es, für den Handel eine Ansprechstelle für das gesamte Entertainmentsortiment zu schaffen, bei dem er sämtliche Produkte aus einer Hand erhalten kann", so Serr. Inzwischen ist "Medienwelt" fest etabliert, auf einer Fläche von 350 Quadratmeter arbeiten neben Serr und Hinderhauser noch vier feste Mitarbeiter und acht Aushilfen. Neben dem Großhandel betreiben die Geschäftsführer drei weitere Videotheken.

Zum Umsatz kann Serr keine Angaben machen, doch seit 1993 verzeichne das Unternehmen stetiges Wachstum. Der Kundenstamm setzt sich zu zwei Dritteln aus Videotheken und einem Drittel aus Gameshändlern zusammen; insgesamt werden mehrere hundert Filialen betreut. "Wir beliefern vor allem kleine, unabhängige Gameshändler, die Einzelkämpfer im Bermudadreieck zwischen Media Markt und ProMarkt", meint Serr. Doch befinde sich unter den Kunden auch der traditionelle Spielehändler, der sich mit interaktiven Spielen ein weiteres Standbein schaffen will. Das Angebotssortiment von "Medienwelt" besteht rund zur Hälfte aus Games und zur Hälfte aus Video (Verleih und Verkauf) und DVD, wobei die Nachfrage nach DVD laut Serr ständig wächst. Das Games-sortiment reicht von Nintendo und Game Boy bis zu PlayStation, Dreamcast und PC-Spielen, wobei eindeutiger Schwerpunkt PlayStation-Spiele sind.

Die Betreuung der Kunden erfolgt zum einen durch regelmäßige, umfangreiche Mailings per Post. Zum anderen kann sich der Kunde über die Homepage im Internet informieren, deren Seiten regelmäßig aktualisiert werden; es besteht auch die Möglichkeit, online seine Bestellung vorzunehmen. Täglich verlassen Pakete an die "Medienwelt"-Kunden das Bad Rappenauer Lager; erfolgt die Bestellung bis 15.30 Uhr, wird noch am gleichen Tag ausgeliefert. Auch Beratung wird bei "Medienwelt" groß geschrieben. Mit Händler, die an Gamessortiment interessiert sind, werden ausführliche Gespräch geführt. Die Kundenstruktur - sind es eher Erwachsene oder jüngere Leute? - und das Umfeld werden analysiert. Daraus ergibt sich eine Empfehlung für einen bestimmten Sortimentmix, wobei der Kunde natürlich über ein Mitspracherecht verfüge. Für Spieleneueinstei-ger hat "Medienwelt" zusätzlich spezielle Pakete entwickelt. "Flächenmärkte wie Media Markt wollen nur verkaufen, wir dagegen informieren unsere Kunden, damit diese wiederum ihren Kunden beraten können", so Serr. Alle Infos der Publisher werden an die Händler weitergegeben.

"Nur mit einem guten Sortiment und guter Kundenberatung kann der Gameshandel sein Überleben sichern", sagt Serr. Ab Ende Februar erweitert "Medienwelt" sein Sortiment. Zusätzlich zu Games, DVD und Video werden Merchandisingartikel in das Angebot aufgenommen. Dabei handelt es sich um ein sehr breit gefächertes Sortiment, das alle Bereiche abdecken soll, von Artikeln zu Simpsons, Southpark und Disney bis hin zu Fantasy-Produkten. "Wir haben das neue Sortiment bereits in unseren drei Videotheken getestet und sind mit den Abverkäufen sehr zufrieden", blickt Serr optimistisch in die Zukunft.

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