Infogrames: Europa kann US-Verluste nicht aufwiegen
Die Geschäftsjahresbilanz für das zum 31. März beendete Fiskaljahr von Infogrames Entertainment zeigt ein zweigeteiltes Bild. Während das Geschäft in Europa brummt und sowohl operativ als auch unterm Strich Gewinne abwirft, schreibt die US-Niederlassung weiter Verluste in Millionenhöhe.
Infogrames Entertainment hat die Bilanz für das zum 31. März beendete Geschäftsjahr veröffentlicht. Die Endabrechnung verdeutlicht eindringlich, wo im Konzern der Schuh drückt. Denn während die europäischen Niederlassungen profitabel arbeiten, kommt die US-Dependance nicht aus den roten Zahlen. Konzernweit belief sich der Umsatz auf 305,3 Mio. Euro - ein Rückgang um 16,5 Prozent im Jahresvergleich. Geschuldet ist der rückläufige Umsatzwert zu großen Teilen dem strikten Sparkurs der Unternehmensleitung. Wo im vergangenen Jahr noch Umsätze von zahlreichen Entwicklungstöchtern einflossen, reißen die Firmenverkäufe nun ein Umsatzloch. Operativ verbesserte sich Infogrames deutlich, ohne jedoch die Verlustzone zu verlassen. Auf 61,8 Mio. Euro beläuft sich das Minus aus der normalen Geschäftstätigkeit im vergangenen Jahr. Vor Jahresfrist schlug noch ein Minus von 153 Mio. Euro zu Buche. Reduziert wurden vor allem Marketing- und Vertriebskosten (- 24,7 Mio. Euro) sowie Personalkosten, die im Jahresvergleich um 49,2 Mio. Euro zusammengestrichen wurden. In der Endabrechnung reichten die Anstrengungen aber nicht, um aus den roten Zahlen zu kommen. Auf 103 Mio. Euro beläuft sich der Nettoverlust. Gegenüber Vorjahr immerhin eine Verminderung um 46,7 Mio. Euro.
Maßgeblich für die Verluste verantwortlich war einmal mehr die US-Niederlassung Atari Inc. In Europa nämlich, wo Infogrames mit insgesamt 189,3 Mio. Euro den Löwenanteil am Konzernumsatz generiert, wird profitabel gearbeitet. Bei 10,6 Mio. Euro operativem Gewinn verbleiben unterm Strich Nettoeinnahmen von 9,2 Mio. Euro. Anders im US-Geschäft: Umsatzeinnahmen von 91,2 Mio. Euro stehen hier Nettoverluste von 64 Mio. Euro gegenüber.