Innenminister befürworten "Killerspiele"-Verbot
Laut dpa haben sich die Innenminister von Bund und Ländern auf ein gemeinsames Vorgehen gegen "Killerspiele" verständigt. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware sieht das anders und reagierte mit einem Hinweis auf die bestehenden Regelungen.
Die Innenminister von Bund und Ländern haben im Rahmen der Berliner Innenministerkonferenz auch zum Thema "Killerspiele"-Verbot getagt. Laut dpa kamen die Minister dabei überein, gemeinsam gegen die Verbreitung von Spielen mit Gewaltinhalten vorgehen zu wollen. Die Maximalforderungen eines Herstellungs- und Vertriebsverbots, wie sie die Ländern Bayern und Niedersachsen stellen, fanden dabei dem Bericht zufolge die Zustimmung der Innenminister. Mit der Ächtung solle ein gesellschaftliches Zeichen gesetzt werden, so Berlins Innensenator Ehrhart Körting.
Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) begrüßte es, dass sich auch die Innenministerkonferenz mit dem Thema Jugendmedienschutz auseinandersetzt, ist naturgemäß in der Sache aber einer anderen Meinung. "Ein zusätzlichen Verbot ist nicht erforderlich", brachte es BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters auf den Punkt. Vielmehr müssten vorhandene Instrumente genutzt werden, um Kinder und Jugendliche wirksam vor möglicherweise schädlichen Einflüssen zu schützen. Zudem stellt Wolters die Grundlage der Entscheidungsfindung in Frage: "Es kann nicht sein, dass sich Verbotsforderungen auf eine Einzelstudie stützen, die von der Wissenschaft sogar als unseriös zurückgewiesen wurde", so Wolters. "Wir wissen zwar, dass interaktive Unterhaltung zeitlich begrenzte Auswirkungen auf die Spieler haben kann. Langfristige Effekte werden zwar vermutet, konnten bislang jedoch nicht nachgewiesen werden. Aufgrund der Wirkungsvermutung bietet die Industrie dennoch ein umfangreiches Jugendschutzsystem an. Das Alterskennzeichnungssystem, welches in Deutschland von den Obersten Landesjugendbehörden und der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle getragen wird, wird international als vorbildlich bezeichnet."
In der aktuellen Diskussion liefert der BIU aber auch einen Lösungsvorschlag. Die sogenannte Leyen-Laschet-Initiative, die eine Vereinfachung der Indizierungspraxis, deutlicher Aufklärung über Spieleinhalte sowie eine restriktivere Abgabe von Spielen mit Gewaltinhalten an Jugendliche vorsieht, sei ein Schritt in die richtige Richtung.