International-HQ von Private Division sitzt in München
Mit Private Division hat Take-Two Interactive ein neues Label vorgestellt. Im neunköpfigen Gründungsteam ist auch Markus Wilding, der die internationalen Kommunikationsstrukturen des Labels verantwortet und zwar von Deutschland aus.
GamesMarkt: Wie definiert sich Private Division als Spielelabel? Wofür steht es?
Markus Wilding: Wir sind Entwickler-fokussiert und Qualität ist für uns extrem wichtig. Wir sehen uns nicht als Partner für die klassischen Studiogründer, die frisch von der Universität kommen und den Einstieg in die Spieleentwicklung schaffen wollen, sondern wir wollen mit Leuten arbeiten, die über Erfahrung gerade auch in der Triple-A-Entwicklung verfügen. Sie wollen wir mit authentischem Marketing unterstützen. Deshalb sind wir eine separate Truppe, die keine anderen Aufgaben bei Rockstar Games oder 2K hat, die aber für Themen wie Legal, Finance, HR oder Sales auf die Strukturen eines Majors zurückgreifen kann. Und wir sind sehr erfahren. Der "dienstjüngste" Private Division Kollege hat "nur" zwölf Jahr Branchenerfahrung.
Was sind die Ziele von Private Division?
Wir wollen die kompetenteste Publishing-Option sein für die kreativen Leute im Independent Gaming-Space. Das ist ganz klar unser Hauptziel. Natürlich müssen wir uns hier erst einmal beweisen, aber dies ist unser Anspruch. Unser Ziel gegenüber den Gamern ist, dass wir Spiele von herausragender Qualität anbieten wollen. Und letztlich wollen wir auch profitabel arbeiten.
Wie kam es zu dem Namen?
Es gab hunderte von Vorschlägen, die verworfen wurden. Am Ende entschieden wir uns für Private Division, weil es ausdrückt was wir sind und sein wollen. Das "Private" steht für die intensive, persönliche Betreuung, die wir den Studios bieten wollen, und "Division" macht deutlich, dass wir zwar ein separater Bereich, aber Teil von etwas Größerem sind. Der Name ist aber auch ein Insider, da wir innerhalb Take-Twos lange Zeit als die "Secret Division" bezeichnet wurden.
Welche Spiele macht Private Division?
Grundsätzlich ausschließen möchte ich eigentlich nichts, wir werden aber keine Mobile Games machen. Was Plattformen und Genres betrifft sind wir ansonsten agnostisch. Wir machen definitiv Core Games für Core Gamer. Das ist ganz klar ein roter Faden, der sich durchzieht.
Wie hoch ist der Output von Private Division?
Wir müssen extrem selektiv sein bei den Titeln die wir machen. Wir sind klein und wollen das auch bleiben. Ich habe bei 2K gelernt, dass es egal ist wie groß oder klein ein Spieleprojekt ist, die Arbeit im Publishing ist fast die gleiche. Kleine Budgets bedeutet oft sogar mehr Arbeit. Und wir wollen kein Portfolio mit fünf oder sechs Titeln pro Jahr, weil wir den einzelnen Spielen dann schwerlich die Aufmerksamkeit schenken können, die wir investieren wollen. Unser Ziel sind also ein oder zwei, maximal drei Titel pro Jahr, die dann aber entsprechend intensiv betreut werden.
Das Team selbst besteht im Moment nur aus neun Leuten. Sie sind der einzige außerhalb der USA. Was genau sind Ihre Pläne und Aufgaben als Senior Director International Marketing and Communications Private Division?
Ich baue die internationalen Kommunikationsstrukturen, also Marketing und PR, auf. Sicherlich werden wir zunächst kein Netz an Niederlassungen aufbauen sondern vor allem mit Agenturen und Freelancern zusammenarbeiten. Dabei hilft es weiter, dass wir die Kollegen von Rockstar Games und 2K kennen und sie uns bei der Auswahl der richtigen Partner unterstützen. Langfristig ist es durchaus vorstellbar, dass wir in den Kernmärkten jeweils eine Person vor Ort haben, die den Markt entsprechend gut kennt und sich um lokales Marketing und PR kümmert. In den kommenden Monaten plane ich jedoch zunächst mit etwa zwei Mitarbeitern, jeweils einen für internationales Marketing und internationale PR.
Wo werden diese sitzen?
Das International Headquarter von Private Division sitzt in Munich, Germany.