Die Münchner NXN Software AG hat mit Electronic Arts den globalen Marktführer aus der Gamesbranche als Kunden gewonnen. GamesMarkt.de sprach mit Gregor vom Scheidt, Mitgründer und CEO von NXN, über den Deal und seine Konsequenzen sowie über die Pläne des Unternehmers für 2002.

GamesMarkt.de: Mit Electronic Arts hat NXN Software den marktführenden, unabhängigen Softwarepublisher der Welt als Kunden gewinnen können. Wie verliefen die Verhandlungen bis zur Vertragsunterschrift aus Ihrer Sicht?

Gregor vom Scheidt: Electronic Arts hat sich viel Zeit genommen, alle Aspekte unseres Systems zu prüfen und mit den Anforderungen der weltweit verteilten EA Studios abzustimmen. Während der Verhandlungen hat sich der Umfang der Vereinbarung dann auch mehrfach weiter ausgedehnt, weil EA unsere Lösung zunehmend als strategisch wichtig erkannt hat und noch mehr Entwickler und Abteilungen einbinden wollte. Am Ende konnten wir EA sowohl im Bereich Entwicklung als auch im Publishing von den Vorteilen unseres Systems für digitales Produktionsmanagement überzeugen und EA hat eine umfassende Anzahl Lizenzen erworben.

GM: Wie wirkt sich dieser Deal auf die Marktposition von NXN aus?

vom Scheidt: Electronic Arts ist eine sehr erfolgreiche Firma im Interactive Entertainment - die positive Signalwirkung des Vertrags mit EA auf andere Firmen können wir bereits spüren. NXN ist inzwischen das bevorzugte System aller drei führenden Entwicklungshäuser im Computerspielebereich, und damit sicherlich eine Art Industrie-Standard für Spiele-Entwickler.

GM: Kann der Abschluss mit EA überhaupt noch getoppt werden?

vom Scheidt: Im Moment ist unser Ziel eher, im Markt weiter in die Breite zu gehen und durch eine insgesamt höhere Anzahl Lizenzverkäufe eine stärkere Marktstellung zu erreichen.

GM: Stichwort Filmproduktion. Seit Mitte letzten Jahres engagiert sich NXN auch im Bereich Film-/Postproduction. Bei einem ersten Großprojekt ("Axis") wird alienbrain eingesetzt. Hat NXN bereits weitere Kunden aus der Filmindustrie gewinnen können?

vom Scheidt: Ja, wir arbeiten in Europa bereits mit einigen weiteren Animationsfilm-Studios zusammen, darunter auch mit Xilam, die mit "NXN alienbrain" "Rapido" und bald ein weiteres Projekt produzieren. Aufgrund der ähnlichen Arbeitsabläufe und der hohen Skalierbarkeit von "NXN alienbrain" ist unsere Software für diese Branche gut geeignet. Wegen unserer starken Stellung im Spielemarkt und unserer Erfahrung mit 3D-Inhalten, haben uns Ende letzten Jahres auch einige der bekannten Animations-Studios in den USA angesprochen; der erste Kinofilm aus USA mit "NXN alienbrain" wird aufgrund der langen Produktionszeit allerdings frühestens 2004 ins Kino kommen.

GM: Welche weiteren Ziele haben Sie sich und NXN für 2002 gesetzt?

vom Scheidt: Nachdem unser System für Produktions- und Daten-Management bereits sehr ausgereift ist, ist unser Ziel nun, unser Produkt um Zusatzsysteme mit häufig benötigten Funktionen zu ergänzen und damit ein breiteres Lösungsspektrum anzubieten. Die Produktfamilie um "NXN alienbrain" werden wir beispielsweise im zweiten Quartal sowohl um ein komplettes Bug-Management-System für Entwicklungsteams und Spiele-Testlabors als auch um eine mit "Microsoft Project" integrierte Projekt-Management-Lösung erweitern. Damit können wir unseren Kunden schlüsselfertige Lösungen für alle Aspekte der Entertainment-Produktion anbieten.

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Written by

Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.