Der allgemeinen Konsumflaute im Einzelhandel zum Trotz blickt die KarstadtQuelle AG recht optimistisch auf das laufende Geschäftsjahr. Unter anderem stehen der Ausbau der Shop-in-Shop-Aktivitäten sowie die Imagekampagne "Besser Karstadt" zur Umsetzung an.

Trotz aller Negativprognosen arbeitet KarstadtQuelle weiter an seinen Zukunftsprojekten. Bis Ende Mai sei der Umsatz nahezu auf Vorjahresniveau gelegen, sagte KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban auf der Hauptversammlung am 28.Mai. Dabei habe der Handelskonzern vor allem vom Versandhandel profitiert, während das stationäre Geschäft weiter unter der Kaufzurückhaltung zu leiden habe. "Wir sind zuversichtlich, dass sich der Umsatz des Konzerns im Geschäftsjahr 2003 besser entwickeln wird als der vergleichbare Markt", so Urban.

Neue Partner, neues Image, keine Rabatte

Der Vorstandsvorsitzende betonte jedoch, dass das angepeilte operative Ergebnis für 2003 in Höhe von 250 Mio. Euro nur erreicht werden könne, wenn sich "die Rahmenbedingungen nicht verschlechtern". Zusätzliches Umsatzpotenzial erhofft sich Urban von den verlängerten Öffnungszeiten an den Samstagen. Darüber hinaus fordert er "Tarifabschlüsse mit Augenmaß". Noch im laufenden Jahr will Urban zudem bis zu 500 neue Abteilungen oder Shop-in-Shop-Angebote von Fremdfirmen in seinen Warenhäusern schaffen: "2003 werden bis zu 500 neue Shops oder Depots in den Karstadt-Filialen entstehen", erklärte er gegenüber dem "Handelsblatt".

Konzern profitiert vom Versandhandel

Bislang lässt der Konzern knapp fünf Prozent seiner Verkaufsfläche von Partnern nutzen, künftig sollen es zehn bis 15 Prozent sein. Bei Karstadt würden derzeit unterschiedliche Modelle geprüft. Dadurch erhalten auch die Spekulationen um eine engere Kooperation zwischen Karstadt und Electronic Partner neue Nahrung. Die "Financial Times Deutschland" sieht Urban unter Zugzwang: Falls ihm nicht bald der Turnaround in der Warenhaussparte gelinge, orakelt das Blatt vor dem Hintergrund der Erfolge des Versandhandelschefs Christoph Achenbach, könnte dieser bald an die Spitze des Konzerns rücken. Fest steht dagegen, wie sich Karstadt ab August nach außen darstellen will. Dann startet die neue Imagekampagne "Besser Karstadt", die über das Fernsehen, die Presse, die eigene Programmzeitschrift "TV Karstadt" und über den Internetauftritt verbreitet werden soll.

Die Einführungsphase werde 14 Tage dauern, danach werde der Auftritt kontinuierlich weiterlaufen. Wie Karstadt-Marketingvorstand Thomas Freude gegenüber der Zeitschrift "Werben & Verkaufen" erläuterte, sei die Kampagne ein "kontinuierlich angelegtes Leistungsverbesserungsprogramm, das alle Unternehmensteile umfasst". "Besser Karstadt" stehe für das Bemühen, die Kundenwünsche als Unternehmen besser zu erfüllen. Ein aggressives Preismarketing dagegen schloss Karstadt aus. Rabatte gehörten nicht zu den vertrauensbildenden Maßnahmen und führten auf lange Sicht zu Hamsterkäufen.

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