KarstadtQuelle mit Sanierungsproblemen?
Der angeschlagene Handelskonzern steht laut "Welt am Sonntag" offenbar vor erheblichen Sanierungsproblemen. Ein Unternehmenssprecher dementiert.
Die Sanierungsbemühungen von KarstadtQuelle gestalten sich offenbar schwierig. Der angeschlagene Handelskonzern hat der "Welt am Sonntag" zufolge Probleme, einen Käufer für ein weiteres zur Veräußerung stehendes Logistikpaket zu finden. Dies wies Unternehmenssprecher Jörg Howe als "pure Spekulation" zurück. KarstadtQuelle sei mit dem Verkauf voll im Plan.
Nachdem die Deutsche Post die Distribution für Karstadt Warenhaus sowie den Stückgutverkehr für Quelle und Neckermann für 200 Mio. Euro übernommen hat, habe der Handelskonzern Schwierigkeiten, für den verbleibenden Teil der Logistik Käufer zu finden, heißt es weiter in den Bericht. Insbesondere gehe es um zwei Versandzentren mit einem geschätzten Wert von 220 Mio. Euro. Neben der Post gelte das Logistikunternehmen Rhenus als Interessent.
Allerdings hege die westfälischen Firma aufgrund der finanziell schwierigen Lage des Konzerns inzwischen Zweifel an einem Investment. Man habe mehr und mehr das Gefühl, dass das Schiff kurz vor dem Kielbruch stehe, zitiert die "Welt am Sonntag" eine Stimme aus dem Umfeld von Rhenus.
Howe hingegen habe auf den kürzlich besiegelten Verkauf eines Teils der Logistikaktivitäten an die Deutsche Post verwiesen: "Es kann nicht die Rede davon sein, dass es nicht weiter geht, ganz im Gegenteil." So würden die Immobilien der Versandzentren von Neckermann in Frankfurt, von Quelle in Leipzig und das Karstadt-Verteilzentrum in Unna noch 2005 verkauft.
Der Verkauf von Unternehmensteilen ist bedeutender Bestandteil des Sanierungskonzepts, mit dem KarstadtQuelle-Chef Christoph Achenbach seinen Konzern wieder profitabel machen will. Insgesamt werden Verkaufserlöse von 1,1 Mrd. Euro erwartet, bislang habe der Handelsriese jedoch kaum mehr als ein Drittel davon eingenommen.