Vor einem Jahr übergab Kaz Hirai den Posten als President und CEO von Sony an Kenichiro Yoshida und zog sich auf die Position des Chairman of the board zurück. Nun gibt er auch diesen Posten ab. Wohl auch als Zeichen der Wertschätzung bleibt er auf Wunsch des Managements Berater.

Gerade bei japanischen Unternehmen lässt das Ausscheiden eines Top-Managers Schlüsse auf das Verhältnis von Unternehmen und Person zu. So gesehen kann man davon ausgehen, dass man bei Sony zufrieden mit dem Handeln des ehemaligen Konzernchefs Kazuo Hirai ist. Der ehemalige President und CEO des Sony-Konzerns scheidet mit dem heutigen Tag aus dem Verwaltungsrat des Konzerns aus, dessen Vorsitzender er seit seinem Rückzug aus dem operativen Geschäft vor einem Jahr war. Doch es ist zumindest auf dem Papier kein Abschied auf immer: Laut Sony wird er "auf Bitten des Managements" als Senior Advisor dem Konzern auch künftig beratend zur Seite stehen. Dieser Abschied auf Raten ist auch eine Form er Ehrerbietung und Wertschätzung des Managers, dem während seiner Amtszeit auch viel Gegenwind entgegenschlug.

Hirai war der erste Konzernchef, der aus dem PlayStation-Geschäfts kam. Lange Jahre arbeitete er dort als Nummer zwei neben dem "PlayStation-Vater" Ken Kutaragi, der sich einst selbst Hoffnungen auf den Konzernvorsitz machte. Kutaragi unterlag im internen Sony-Rennen damals Sir Howard Stringer, dessen Nachfolger wiederum Kaz Hirai wurde. Hirai musste die von Stringer begonnenen, aber bis dahin wenig erfolgreiche Transformation des Sony-Konzerns in ein modernes, digitales Medien- und Technologieunternehmen fortsetzen. Seine Maßnahmen kosteten tausende Jobs und brachten den Konzern tief in die Verlustzone. Aktionäre forderten deshalb immer wieder Maßnahmen, die von einer Abspaltung des Entertainment-Geschäfts bis zur Entlassung Hirais reichten. Im Geschäftsjahr 2014/2015 erreichte der Konzern jedoch wieder die Gewinnzone. Ein Jahr später stieg der operative Gewinn um 329 Prozent, der Nettogewinn sogar um 666 Prozent. Die Kritik an Hirai verstummte daraufhin weitgehend. In den darauffolgenden zwei Jahren seiner operativen Führung hat er das Geschäft Sonys stabilisiert, ehe er schlussendlich auf eigenen Wunsch aus der Verantwortung der Konzernleitung ausschied.

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Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.