"Killerspiele": Innenminister bekräftigen Verbotsforderung
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz zur Vorstellung der Untersuchungsergebnisse des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen zur USK haben die Innenminister von Bayern, Hessen, Thüringen und Niedersachsen ihre Forderung nach einem Verbot von "Killerspielen" bekräftigt. Der BIU reagierte prompt.
"Wir müssen Kinder und Jugendliche vor menschenverachtenden Gewaltexzessen, wie sie in diesen Spielen ermöglicht werden, schützen", so Hessens Innenminister Volker Bouffier und sein Bayerischer Amtskollege Günther Beckstein bei einer Pressekonferenz. Die fand heute im Hessischen Innenministerium statt. An der Konferenz nahmen außerdem Uwe Schünemann, Innenminister von Niedersachsen, und Dr. Karl-Heinz Gasser, Innenminister von Thüringen, sowie Professor Dr. Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) teil. Anlass war die Vorstellung des KFN-Untersuchungsberichts zur Alterseinstufung von Games durch die USK. Und der ist bekanntlich - einige Ergebnisse wurden bereits im Lauf der Woche bekannt - mehr als negativ ausgefallen.
Den Anlass nutzend, bekräftigten die vier Innenminister ihre Forderung nach einem Verbot von "Killerspielen" in Deutschland. Neben der Schaffung eines besonderen Straftatbestands im Strafgesetzbuch wollen sie außerdem eine gezielte Verbesserung der Medienkompetenz von Kinder, Eltern und Lehrer erreichen. Zudem soll ein Schwerpunkt der Ordnungs- und Jugendschutzbehörden und der Polizei beim Vollzug bestehender Jugendschutzvorschriften gesetzt werden. Mittels "virtueller Streifen" der Polizei soll die Verbreitung von "Killerspielen" im Internet überwacht und verfolgt werden.
Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) antwortete prompt auf die Forderung: Er verwies u. a. auf eine Studie des British Board of Film Classification, die zu dem Ergebnis kommt, dass sich Spiele trotz ihrer Interaktivität weniger dazu eignen, Spieler emotional zu fesseln. "Ob diese Erkenntnisse im Forschungsbericht des KFN Berücksichtung finden, ist völlig offen und erweckt Zweifel an der wissenschaftlichen Seriosität des Forschungsberichts des KFN", heißt es in der BIU-Pressemitteilung. Außerdem verwies der BIU auf kommende Untersuchungsergebnisse des Hans-Bredow-Instituts, die für Juni erwartet werden. Ein geschickter Seitenhieb des BIU auf das KFN, da Bund und Länder das Hans-Bredow-Institut (HBI) mit der Begutachtung des bestehenden Jugendmedienschutzes beauftragt hatten und nicht das KFN.
Der BIU forderte die Innenminister außerdem auf, endlich mit den mit dem Jugendschutz-betrauten Politikern und Institutionen an einem Strang zu ziehen: "Es herrscht allgemeiner Konsens dahingehend, dass die bestehenden Jugendschutzmechanismen besser und effektiver kommuniziert werden müssen, um die Akzeptanz der Jugendschutzsysteme zu verbessern. Wir fordern die Innenminister auf, sich an der Kommunikationsarbeit zu beteiligen, anstatt das Vertrauen der Öffentlichkeit in die bestehenden staatlichen Jugendschutzmechanismen durch unsachliche Kritik zu untergraben", so der BIU.