KIM 2000: Computer auf dem Vormarsch
Die KIM-Studien sind für Anbieter und Hersteller von Games und Edutainment ein Trendbarometer. Für Optimismus in der Branche dürfte die aktuelle Untersuchung "Kinder und Medien (KIM) 2000" sorgen. Hier nur zwei Ergebnisse: Knapp zwei Drittel der sechs- bis 13-jährigen Kinder spielen einmal pro Woche am Computer Games. Mehr als die Hälfte dieser Altersgruppe beschäftigt sich mit Lernprogrammen.
Immer mehr Kinder nutzen den Computer und das Internet. Das geht aus der Studie "Kinder und Medien 2000 - PC und Internet" (KIM 2000) hervor, die nun in einer ausführlichen Fassung vorliegt. Für die Untersuchung wurden 1228 Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren und ihre Erziehungsberechtigten befragt.
Im Vergleich zum Vorjahr beschäftigen sich jetzt nahezu doppelt so viele Kinder mehrmals pro Woche mit dem Computer: Während ihre Zahl 1999 noch bei 16 Prozent lag, wie die Studie KIM 1999 belegt, ist sie mittlerweile auf 29 Prozent angestiegen. Dabei beschäftigt sich die Altersgruppe der Sechs- bis 13-Jährigen am liebsten mit Games: 63 Prozent der Kinder gaben an, mindestens einmal pro Woche allein am Computer zu spielen. An zweiter Stelle stehen, mit jeweils 46 Prozent, Lernprogramme und Computerspiele mit anderen Kindern. Wie die Studie im Auftrag des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest aufführt, beschäftigen sich Jungen häufiger mit Games. Mädchen ziehen Lernprogramme vor, holen bei der Beschäftigung mit Computerspielen aber auf.
Die Nutzung von Lernprogrammen und CD-ROMs hat bei beiden Geschlechtern zugenommen. Das gemeinsame Computerspielen ist im Vergleich zur KIM 1999 um zwei Prozent gesunken. Die aktuelle Analyse weist nach, dass sich mehr als die Hälfte der befragten Kinder mehr Computerspiele wünscht (53 Prozent). Neun von zehn Kindern bekommen die Games von ihren Eltern oder anderen Erwachsenen geschenkt, ein Drittel der Kinder kauft sich Spiele selbst. Das Tauschen (16 Prozent) und Leihen (zwölf Prozent) von Computerspielen spielt eher eine untergeordnete Rolle; im Schnitt besitzt jeder der jugendlichen Gamer 6,4 Spiele. Die Anzahl der Games wächst mit zunehmendem Alter: Sechs- bis Siebenjährige besitzen im Schnitt 3,6 Spiele, Zwölf- bis 13-Jährige 7,7. Knapp die Hälfte der befragten Kinder verbringt zwischen 30 und 60 Minuten pro Woche mit Computerspielen, 15 Prozent länger als eine Stunde, ein Drittel weniger als eine halbe Stunde. Je älter die Kinder werden, desto häufiger spielen sie am Rechner: Nur drei Prozent der Jüngsten beschäftigen sich länger als eine Stunde mit Games, bei den Ältesten waren es 20 Prozent.
Kids lieben Games und Edutainment
Auch Lernsoftware erfreut sich bei Kindern wachsender Beliebtheit. 73 Prozent der Befragten gaben an, zumindest hin und wieder CD-ROMs aus dem Segment Edutainment zu nutzen. Lerntitel kommen überwiegend zu Hause zum Einsatz: 56 Prozent der Jungen und Mädchen lernen mindestens einmal pro Woche mit Hilfe von Edutainmentsoftware. Die Schule als Nutzungsort wird von knapp einem Drittel genannt. Vergleichweise selten werden Lernprogramme bei Freunden genutzt (18 Prozent). Kinder, die Edutainmentsoftware nutzen, besitzen im Durchschnitt 2,9 Titel. Dabei rangiert das Fach Mathematik mit 59 Prozent vor Deutsch mit 54 Prozent und Fremdsprachenlernprogrammen mit 48 Prozent. Jedes vierte Kind gab an, CD-ROMs für das Fach Erdkunde zu besitzen, gefolgt von Sachkunde mit 19 und Biologie mit 15 Prozent. Zudem beschäftigen sich die meisten der Sechs- bis 13-Jährigen gern mit Edutainmentsoftware.
In diesem Zusammenhang vertreten die Macher der Studie KIM 2000 aber die Auffassung, dass Kinder Spielen und Lernen im Bereich Edutainmenttitel nicht 100-prozentig voneinander trennen. 16 Prozent der Mädchen und Jungen arbeiten sehr gern mit Lernsoftware, 59 Prozent gern. Jedes fünfte Kind gab an, solche Programme weniger oder nicht gern zu nutzen. Auch beschäftigen sich Kinder mit Edutainment weniger intensiv als mit Games. 58 Prozent der Befragten verbrachten bis zu 30 Minuten pro Woche mit Lernsoftware. Bei 35 Prozent der Kinder lag die Nutzungssdauer zwischen 30 und 60 Minuten. Nur drei Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen beschäftigten sich länger als eine Stunde mit Edutainmentprogrammen.